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Ein Bild auf 5min.at zeigt die Polizisten vor dem Wohnhaus in Klagenfurt.
Im Kalmusweg in Klagenfurt kam es in der Vorwoche zu einer Bluttat.

„Overkill“ mit über 30 Schlägen: Neue Details zur Bluttat in Klagenfurt erschüttern

Nach dem gewaltsamen Tod eines Pensionisten in Klagenfurt zeichnet sich ein immer erschütternderes Bild der Tat ab. Die Staatsanwaltschaft spricht von einem "Overkill" und nennt neue Details zu Tatwaffen und Motiv.

von Gerrit Tscheru Das Bild auf 5min.at zeigt Gerrit Tscheru.
3 Minuten Lesezeit(561 Wörter)
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Eine Woche nach dem tödlichen Gewaltverbrechen im Klagenfurter Kalmusweg sind weitere Details zu den Ermittlungen bekannt geworden. Wie Markus Kitz von der Staatsanwaltschaft Klagenfurt gegenüber 5 Minuten erklärt, gehen die Ermittler von einem sogenannten „Overkill“ aus.

Leiche in Klagenfurt gefunden

Aber der Reihe nach: Am 10. Juni wurde im Klagenfurter Stadtteil St. Ruprecht ein 64-jähriger Pensionist tot in einem Nebengebäude seines Wohnhauses aufgefunden. Ein Großaufgebot an Einsatzkräften der Polizei, Spurensicherung, Gerichtsmedizin und des Landeskriminalamts rückte aus. Die schweren Kopfverletzungen der Leiche deuteten auf ein Gewaltverbrechen hin und am Donnerstagvormittag wurde ein Tatverdächtiger festgenommen. Diesem wird vorgeworfen, den Pensionisten mit Hammerschlägen getötet zu haben. Die Obduktion ergab ein schweres Schädel-Hirn-Trauma als Todesursache, wobei nicht nur ein Schlag gegen den Kopf des Opfers geführt wurde.

Mehr als 30 Schläge mit dem Hammer

Das Ausmaß der Bluttat schockiert: Allein im Kopfbereich des Opfers sollen mehr als dreißig Schläge gezählt worden sein. Somit kann hier von einer Übertötung, einem sogenannten „Overkill“ gesprochen werden. „Ein Overkill ist es deswegen, weil viel mehr Schläge gegen den Kopf vollführt wurden als notwendig gewesen wären. In so einem Fall sprechen wir von einem Overkill“, so Kitz.

Verdächtiger soll zwei Hämmer verwendet haben

Neuigkeiten gibt es auch in Bezug auf das mutmaßliche Tatwerkzeug bzw. die Werkzeuge. Laut Staatsanwaltschaft wurden im Fahrzeug des Verdächtigen nicht nur ein, sondern zwei Hämmer sichergestellt. „Er selbst sagt auch, er hat beide Hämmer verwendet“, erklärt Kitz. Nach bisherigem Ermittlungsstand lassen sich die tödlichen Verletzungen jedoch vor allem einem sogenannten Dellenhammer zuordnen, einem Ausbeulwerkzeug, das zur Dellenreparatur verwendet wird und auf einer Seite spitz zuläuft. „Man sieht deutlich die enormen Verletzungen, die dieser Hammer hinterlassen hat“, sagt der Staatsanwalt. Bei dem zweiten Werkzeug, einem Vierkanthammer, gebe es bislang keine eindeutigen Hinweise auf entsprechende Verletzungen. Hier müsse das schriftliche Gutachten noch abgewartet werden. Fest steht laut Kitz aber bereits: „Die Schläge mit dem spitz zulaufenden Hammer waren ursächlich für den Tod.“

Verdächtiger wegen Gewaltdelikt vorbestraft

Neue Erkenntnisse gibt es auch zur Vergangenheit des Beschuldigten. Der Mann wurde laut Staatsanwaltschaft bereits im Vorjahr vom Landesgericht Klagenfurt zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von zwölf Monaten verurteilt. Drei Monate davon verbrachte er in Haft, Ende Oktober wurde er entlassen. Grund für die Verurteilung war eine versuchte schwere Nötigung gegenüber seiner Ehefrau. „Er hat seiner Frau ein Messer vorgehalten und sie zu einem gewissen Verhalten nötigen wollen“, schildert Kitz.

Streit um Geld dürfte Auslöser gewesen sein

Als mögliches Motiv zeichnet sich weiterhin ein finanzieller Konflikt ab. Opfer und Tatverdächtiger sollen gemeinsam Fahrzeuge restauriert haben, um diese anschließend zu verkaufen. Nach bisherigen Erkenntnissen hatte das spätere Opfer Ausgaben für eine Ausbildung des Beschuldigten vorfinanziert und die Rückzahlung eingefordert. „Das war offenbar einer der Streitpunkte“, erklärt Kitz. Ob es darüber hinaus weitere Streitpunkte gegeben hat, sei derzeit noch Gegenstand der Ermittlungen.

Mutmaßlicher Täter in U-Haft in Klagenfurt

Der 44-jährige Tatverdächtige sitzt derzeit in Untersuchungshaft in Klagenfurt. Die Staatsanwaltschaft wartet nun auf mehrere Gutachten, darunter das schriftliche Obduktionsgutachten. Zudem werden sichergestellte Mobiltelefone ausgewertet und die Hintergründe der Tat weiter untersucht.

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