Krebsüberlebender bezwingt den Lago Maggiore – mit Kärntner Hilfe
61 Kilometer durch den Lago Maggiore und das unter widrigsten Bedingungen: Der österreichische Extremschwimmer Bernhard Hengl hat mit seiner jüngsten Leistung ein weiteres Kapitel seines Projekts „Alpen Seven“ geschrieben.
Der österreichische Extremschwimmer und Krebsüberlebender Bernhard Hengl hat am vergangenen Wochenende eine außergewöhnliche Leistung im Open-Water-Schwimmen vollbracht. Im Rahmen seines Projekts „Alpen Seven“ durchquerte der fünffache Vater den gesamten Lago Maggiore und legte dabei 61 Kilometer in 22 Stunden und sechs Minuten zurück.
Widrige Bedingungen
Die Bedingungen hätten dabei kaum schwieriger sein können. Für den See waren schwere Gewitter- und Sturmwarnungen ausgegeben worden, was eine flexible Zeitplanung erforderlich machte. Der Start wurde genau getimet, doch trotzdem geriet der Extremsportler auf dem Wasser in Schwierigkeiten. In den frühen Morgenstunden geriet Hengl dennoch in heftigen Wellengang und kämpfte mehrere Stunden gegen Wind und Wellen, die sein Tempo drosselten. Zusätzlich machten ihm die hohen Temperaturen zu schaffen. Während das Wasser bereits 28,5 Grad warm war, kletterten die Lufttemperaturen auf bis zu 39 Grad. Anders als im Meer bot der Süßwassersee zudem keinen zusätzlichen Auftrieb durch Salzgehalt oder Strömungen – jeder Meter musste aus eigener Kraft zurückgelegt werden.
Unterstützung aus Kärnten
Begleitet wurde Hengl bei seinem Vorhaben vom Wörthersee Swim Verein aus Klagenfurt. Das Team unterstützte den Athleten mit Logistik und Know-how und war auf der gesamten Strecke mit einem Begleitboot dabei. Dafür waren im Vorfeld sogar Sondergenehmigungen der italienischen und Schweizer Behörden notwendig. „Wir gratulieren Bernhard Hengl zu dieser historischen Leistung. Er hat bewiesen, dass er im Schwimmsport neue Maßstäbe setzt“, erklärt der Wörthersee Swim Verein.Eine Verbindung nach Kärnten besteht bereits seit dem Vorjahr: Damals nahm Hengl erfolgreich am 17-Kilometer-Bewerb des Wörthersee Swims teil und legte damit den Grundstein für seine „Alpen Seven“-Serie.
Über das Projekt „Alpine Seven“:
The Alpine Seven ist ein von Extremschwimmer Bernhard Hengl initiiertes Langstrecken-Schwimmprojekt, bei dem er sieben der größten Alpenseen in Österreich, Deutschland, der Schweiz und Italien ohne Neoprenanzug und ohne Unterbrechung durchschwimmt – insgesamt mehr als 330 Kilometer. Inspiriert von der berühmten „Ocean Seven“-Challenge möchte Hengl mit dem Projekt nicht nur sportliche Höchstleistungen erbringen, sondern auch auf Menschen aufmerksam machen, die mit schweren oder seltenen Erkrankungen leben. Zudem sammelt er Spenden für die Patientenorganisation „NF Kinder“ und will Betroffenen Mut machen, nach einer Diagnose neue Perspektiven zu finden.