Aufnahmestopp in Klagenfurter Tierheim: „Sind vollständig ausgelastet“
Die Tierheime stehen im Sommer jedes Jahr unter Druck. Doch heuer ist die Situation in Klagenfurt besonders prekär: Das TiKo ist völlig ausgelastet und musste einen Aufnahmestopp verhängen.
Der Sommer ist jedes Jahr eine besonders herausfordernde Zeit für Tierheime. Im Tierschutzkompetenzzentrum (TiKo) Klagenfurt ist die Situation heuer so dramatisch, dass das Tierheim die Reißleine ziehen musste: Seit Mittwoch (8. Juli) gilt ein Aufnahmestopp für Hunde und Katzen. 5 Minuten hat nachgefragt, was es damit auf sich hat.
Fast 300 Tiere brauchen derzeit Hilfe
Wo normalerweise um diese Jahreszeit rund 250 Tiere versorgt werden, sind es aktuell fast 300, wie Nina Zesar vom TiKo gegenüber 5 Minuten erklärt. Vor allem bei den Katzen ist die Situation äußerst angespannt: Um 170 Samtpfoten kümmert sich das TiKo aktuell, normalerweise sind um diese Zeit rund 120 im Haus. Hunde befinden sich derzeit insgesamt 54 im TiKo. Für die Mitarbeiter bedeutet das eine enorme Belastung. „Wir kümmern uns aktuell um knapp 300 Tiere“, bestätigt Zesar. Die vorhandenen Plätze seien damit ausgeschöpft.
Delogierungen und ausgesetzte Kitten bringen Tierheim an seine Grenzen
Dass die Situation so eskaliert ist, hat mehrere Gründe. Besonders ins Gewicht fallen zwei größere Delogierungen, bei denen zahlreiche Katzen im Tierheim untergebracht werden mussten. Dazu kamen in den vergangenen Wochen immer wieder ausgesetzte Katzenbabys, die im TiKo versorgt werden. Auch vorübergehende Betreuungen infolge von Notfälle, bei denen Besitzer beispielsweise plötzlich ins Krankenhaus mussten, nehmen Kapazitäten in Anspruch. „Für Notfälle müssen wir ein paar Boxen und Zwinger freihalten – zum Beispiel für behördliche Abnahmen. Deswegen müssen wir jetzt sagen: Stopp“, erklärt Zesar.
Weniger Nachfrage im Sommer
Im Sommer verschärft sich die Lage jedes Jahr zusätzlich. Während immer mehr Tiere abgegeben oder gefunden werden, sinkt gleichzeitig das Interesse an Vermittlungen. „Es ist so, dass weniger rausgeht als reinkommt“, sagt Zesar. Zwar sei diese Jahreszeit traditionell besonders arbeitsintensiv, doch heuer hätten die Delogierungen das Fass zum Überlaufen gebracht. Wie lange der Aufnahmestopp dauern wird, kann derzeit noch nicht gesagt werden.
Beratungen weiterhin möglich
Wer derzeit ein Tier abgeben muss oder findet, kann trotzdem Kontakt mit dem TiKo aufnehmen. Gemeinsam mit anderen Tierheimen und Pflegestellen versucht das Team, individuelle Lösungen zu finden. „Die Leute können sich gern bei uns melden, beratend stehen wir gern zur Seite“, betont Zesar abschließend.