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Das Bild auf 5min.at zeigt einen Arzt und das Klinikum Klagenfurt.
Oberarzt Luca De Paoli gibt die Leitung der Radiologie am Klinikum Klagenfurt ab.

Spitalsarzt geht – nun schlägt die Kärntner Ärztekammer Alarm

Der Abgang des Leiters der interventionellen Radiologie am Klinikum Klagenfurt sorgt für scharfe Kritik der Kärntner Ärztekammer. Sie spricht von einem Warnsignal und befürchtet Folgen für die Patientenversorgung.

von Gerrit Tscheru Das Bild auf 5min.at zeigt Gerrit Tscheru.
3 Minuten Lesezeit(640 Wörter)
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Der Abgang des Leiters der interventionellen Radiologie am Klinikum Klagenfurt sorgt für Kritik. Die Kärntner Ärztekammer spricht von einem „großen Verlust für das Kärntner Gesundheitssystem“ und warnt davor, die Folgen für die Patientenversorgung zu unterschätzen.

Keine ausreichende Unterstützung

Nach Angaben der Kammer verlässt Oberarzt Luca De Paoli, der seit 2014 am Klinikum tätig ist und das Department seit 2024 leitet, das Krankenhaus. Als Grund nennt die Ärztekammer unzureichende Rahmenbedingungen. Konkret beschreibt es die Kammerspitze so: „Nun musste er erkennen, dass er und sein Team nicht zeitgemäß und situationserforderlich unterstützt werden, um dauerhaft den selbst gestellten hohen Anforderungen für Qualität, Verlässlichkeit und Verfügbarkeit im Sinne der Patientinnen und Patienten gerecht werden zu können.“

Spezialabteilung mit wichtiger Aufgabe

Die interventionelle Radiologie übernimmt eine zentrale Rolle bei der Behandlung schwer kranker und verletzter Patienten. Die Spezialisten können etwa lebensbedrohliche Blutungen stillen, verengte Blutgefäße erweitern, Stents einsetzen oder bei Schlaganfällen verschlossene Hirngefäße wieder öffnen – häufig ohne große Operation. Gerade diese schonenden Eingriffe hätten in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen und könnten Patienten belastende Operationen ersparen. Auch in der Krebsmedizin spielt die Interventionelle Radiologie eine immer größere Rolle.

Ärztekammer fordert rasches Handeln

Die Ärztekammer sieht den Personalabgang deshalb als Warnsignal. Sie befürchtet, dass die Zukunft des einzigen Departments für interventionelle Radiologie in Kärnten durch den bestehenden Personalmangel gefährdet sein könnte. Präsident Markus Opriessnig und Vizepräsident Maximilian Miksch appellieren an die Verantwortlichen in der KABEG und in der Gesundheitspolitik, rasch für Klarheit zu sorgen und die langfristige Versorgung in diesem hochspezialisierten Bereich sicherzustellen. Sie betonen: „Es ist fatal, wenn in Kärnten das einzige Department für diese Spezialisierung ihren fachlichen Leiter verliert und darüber hinaus auch seine Zukunft in Frage gestellt ist, weil der Personalmangel so groß ist.“

Auch FPÖ sieht Alarmsignal

Auch seitens der FPÖ gibt es Kritik an De Paolis Abgang. „Dass ein engagierter und motivierter Arzt seinen Job aufgibt, weil er an den Rahmenbedingungen scheitert, ist ein (weiteres) Alarmsignal dafür, dass das Kärntner Gesundheitssystem massiv angeschlagen ist“, betont Gesundheitssprecher Christoph Staudacher, der weiters verlangt, dass der Fortbestand der Abteilung „sofort nachhaltig sichergestellt“ werden soll.

Team Kärnten: „Zukunft des Bereichs steht auf dem Spiel“

Team-Kärnten-Chef Gerhard Köfer fordert ebenso eine „sofortige Lösung“ und erklärt: „Der Abgang des Leiters dieser wichtigen Abteilung ist ein weiterer schwerer Schlag für das Kärntner Gesundheitssystem und droht zu erheblichen Problemen in der Patientenversorgung zu führen. Die Zukunft dieses Bereichs steht auf dem Spiel.“ Köfer fordert die zuständige Gesundheitsreferentin Landesrätin Beate Prettner und das KABEG-Management auf, mit dem Oberarzt in umgehende Gespräche einzutreten und an den Rahmenbedingungen zu arbeiten. Weiters kündigt Köfer eine Landtagsanfrage in dieser Causa an.

KABEG: „Patientenversorgung seit Jahren auf höchstem Niveau“

Seitens der KABEG heißt es heute in einer Stellungnahme zu dem Thema: „dass die Patientenversorgung seit Jahren auf höchstem Niveau gegeben ist. Diese ist
auch in Zukunft gesichert.“ Die Ärztekammer habe sich laut KABEG nicht ausreichend informiert „und die Darstellung einer Einzelpersonen zum Inhalt einer Aussendung
gemacht. Zwischen der Krankenhausdirektion und den Medizinern gibt es einen regen
Austausch zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in diesem wichtigen Bereich der
Interventionellen Radiologie.“

„Es gibt ausreichend Personalressourcen“

Und weiter heißt es von der KABEG, dass „alle Punkte eines mit dem Team gemeinsam erarbeiteten 5-Punkteplans wurden nachweislich von Seiten des Klinikums erfüllt“ wurden. Das Angebot, mit zusätzlichen Ärzten den Bereich der Interventionellen Radiologie zu verstärken, sei von Oberarzt Dr. De Paoli mehrfach abgelehnt worden, so die KABEG weiter und betont abschließend: „Es gibt ausreichend Personalressourcen, um das Leistungsangebot der
Interventionellen Radiologie weiterhin anbieten zu können.“

Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 03.08.2026 um 21:28 Uhr aktualisiert
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