Zug-Ansturm nach Fußballmatch: „So etwas habe ich noch nie erlebt“
Für viele Fußballfans endete der Real-Madrid-Abend am Samstag im Gedränge am Klagenfurter Hauptbahnhof. Leser berichten von überfüllten Zügen und chaotischen Szenen. Die ÖBB erklären, warum keine Sonderzüge eingesetzt wurden.
Shuttlebusse brachten die Fußballfans nach dem Match am Samstagabend vom Wörthersee Stadion zum Klagenfurter Hauptbahnhof. Nun üben Leser Kritik daran, wie der Ansturm an Fahrgästen gehandhabt wurde. „Kein einziger Sonderzug wurde eingesetzt. Stattdessen verkehrten die regulären Züge Richtung Villach nur im normalen Takt – mit rund einer Stunde Abstand“, erzählt Sabrina S. im Gespräch mit 5 Minuten.
„Waren hoffnungslos überfüllt“
„Es war furchtbar, so etwas habe ich noch nie erlebt“, beschreibt die Kärntnerin, die auch Kinder dabei hatte. „Der Bahnhof war komplett überfüllt. Ein Zug nach Villach und keine Chance; die Leute schubsten, drückten und wollten alle in den Zug.“ Sabrina berichtet, dass die anderen Fahrgäste wenig Rücksicht nahmen: „Es kam zu lautstarken Streitigkeiten, alle haben geschrien. Wir haben das beobachtet und freiwillig auf den nächsten Zug eine Stunde später gewartet“ Doch auch da bot sich ein ähnliches Bild. „Wir sind rein und wurden trotz der Kinder extrem zusammengequetscht. Es war wirklich schrecklich!“
Warum wurde Angebot nicht verstärkt?
Sabrina ist überzeugt: „Das wäre zu verhindern gewesen, zum Beispiel mit einem weiteren Zug bzw. einer deutlichen Verstärkung des Angebots.“ Sie betont: „So darf die Heimreise nach einer Großveranstaltung nicht aussehen.“ Doch warum wurden nicht mehr Züge eingesetzt? 5 Minuten stellte diesbezüglich auch eine Anfrage an die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB).
Veranstalter haben keine Sonderzüge bestellt
Seitens der ÖBB wurde, angesprochen auf die Zustände am Klagenfurter Hauptbahnhof, einerseits auf die herrschende Hochsaison verwiesen: Neben dem Real-Madrid-Spiel in Klagenfurt nutzten an diesem Wochenende auch viele Menschen den Zug für die An- und Abreise vom Villacher Kirchtag. Auf die Frage, warum nicht mehr Züge zur Verfügung gestellt wurden, erklärt ÖBB-Pressesprecherin Rosanna Zernatto-Peschel:
Grundsätzlich ist die Bereitstellung von Zusatzverkehren bei Großveranstaltungen durch die ÖBB möglich. Dies erfolgt jedoch auf Basis einer rechtzeitigen Bestellung und Abstimmung mit dem jeweiligen Veranstalter sowie den zuständigen Partnern. Für das Freundschaftsspiel zwischen Real Madrid und ACF Fiorentina, wurde seitens des Veranstalters keinerlei Kontakt mit den ÖBB zur Bestellung von Sonderzügen beziehungsweise zusätzlichen Kapazitäten für die An- und Abreise aufgenommen. Daher kam das reguläre Fahrplanangebot zum Einsatz.
„Sicherheit der Fahrgäste hat Priorität“
Kurzfristige Kapazitätserweiterungen seien kaum möglich, für die Bereitstellung zusätzlicher Waggons oder sogar Züge brauche man eine entsprechende Vorlaufzeit. Zur Situation am Bahnhof Klagenfurt erklärt sie: „Die Sicherheit unserer Fahrgäste hat für die ÖBB jederzeit höchste Priorität. Unsere Mitarbeiter:innen vor Ort haben die Situation laufend beobachtet und die Abwicklung des Bahnbetriebs sichergestellt.“ „Wir bedauern, falls es für Fahrgäste zu einer unangenehmen Situation gekommen ist“, betont Pressesprecherin Zernotta-Peschel abschließend.
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