160 Mitarbeiter: Traditions-Druckerei wieder insolvent
Wie der Alpenländische Kreditorenverband nun berichtet, wurde über das Vermögen der "Ing. H. Gradwohl GmbH" ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Schon 2023 wurde ein Sanierungsplan abgeschlossen.
Das Unternehmen mit Sitz in Melk (Niederösterreich) wurde im Jahr 1980 gegründet und ist in den Bereichen Druckerei und Kunststoffverarbeitung tätig. Neben dem Hauptstandort gibt es noch Betriebsstätten in Melk und Wimpassing an der Pielach. Dabei handelt es sich übrigens nicht um die erste Insolvenz, war die Antragstellerin doch schon im Jahr 2023 in ein solches verstrickt. Dieses konnte damals aber mit einem Sanierungsplan abgeschlossen werden, zudem wurden sämtliche Quoten beglichen, so der AKV.
Gründe für die Pleite der „Ing. H. Gradwohl GmbH“
Nun ist man aber erneut in die Pleite geschlittert, die Gründe liegen laut Antragstellerin bei einem „deutlichen Rückgang der Nachfrage, insbesondere im Bereich der Point-of-Sale-Produkte“. Zudem führt man die Insolvenz auch auf „strukturelle Veränderungen in wesentlichen Abnehmerbranchen“ zurück. Dadurch ist es zu „nachhaltigen Umsatzrückgängen und einer Verringerung des Auftragsvolumens“ gekommen. Auch die massiv gestiegenen Rohstoff-, Energie- und Personalkosten, die nur eingeschränkt an die Kunden weitergegeben werden konnten, trugen das ihrige zur aktuellen Lage des Unternehmens bei. Abschließend hätten auch geopolitische Einflüsse Auswirkungen auf die finanzielle Situation der Antragstellerin gehabt.
75 Gläubiger, 160 Dienstnehmer von Insolvenz betroffen
Obwohl man Restrukturierungsmaßnahmen eingeleitet hat und sich intensiv um eine Fortführungsfinanzierung bemühte, konnte eine ausreichende Finanzierung nicht sichergestellt werden, wodurch es zum akuten Liquiditätsengpass kam. Von der Insolvenz sind laut der vorliegenden Unterlagen derzeit 75 Gläubiger mit Gesamtforderungen von 2,6 Millionen Euro betroffen. Liquide Mittel würde es in der Höhe von knapp 490.000 Euro geben. Zusätzlich sind auch knapp 160 Dienstnehmer betroffen. Insolvenzexperte David Leisch, der das Unternehmen als Schuldnervertreter vertritt, spricht von „bis zu 40 Arbeitsplätzen“, die derzeit auf dem Prüfstand stehen würden.
So soll es mit der „Ing. H. Gradwohl GmbH“ weitergehen
Das Unternehmen soll jedenfalls nicht geschlossen werden. Wie bereits vor drei Jahren strebt man einen Sanierungsplan an. Vorgesehen ist eine Quote von 20 Prozent, die innerhalb von 24 Monaten ab Annahme des Plans bezahlt werden soll. Das Unternehmen soll wirtschaftlich stabilisiert werden. Leisch dazu: „Trotz der schwierigen Lage läuft der Betrieb weiter und es können alle offenen Kundenaufträge erfüllt werden.“