Trinkwasserstopp über Nacht: Das droht jetzt Gemeinde in Niederösterreich
Weil die Bevölkerung trotz anhaltender Dürre nicht genug Wasser spart, erwägt die Gemeinde Pöggstall im Bezirk Melk nächtliche Abschaltungen. Die bisherigen Aufrufe zeigten leider keine Wirkung.
Wie der ORF Niederösterreich am heutigen 30. Juni 2026 berichtet, versuche der Bürgermeister der Gemeinde Pöggstall (Bezirk Melk) Helmut Hahn (ÖVP) seit Wochen, die Einwohner darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig derzeit das Wassersparen ist. Zuerst sei das durch soziale Netzwerke erfolgt, danach wurden auch Zettel an die Haushalte verteilt.
Wasserverbrauch ist außergewöhnlich hoch
Zwar hätten die Maßnahmen laut Hahn erste Wirkungen gezeigt und der Wasserstand im Hochbehälter hätte sich um 40 Centimeter erhöht – trotzdem würde in der Gemeinde noch immer deutlich zu viel Wasser verbraucht. Der Verbrauch liege derzeit tagsüber bei sechseinhalb Litern pro Sekunde. Ein Rückgang sei erst gegen 22.00 Uhr bemerkbar.
Hitzeperiode als Ursache
Der Bürgermeister führt die Situation primär auf die aktuelle Hitzeperiode zurück, verweist jedoch auch auf die kontinuierliche Gartenbewässerung und Poolbefüllung durch die Bevölkerung. Erste Maßnahmen wurden bereits am Friedhof ergriffen, wo die Trinkwasserleitung gesperrt wurde. Eine dort am Montagvormittag bereitgestellte Menge von 9.000 Litern Nutzwasser war bereits bis zum Mittag vollständig verbraucht.
In der Nacht droht jetzt Abschaltung zwischen 22 und 4 Uhr
Falls der Verbrauch nicht sinkt, drohen nun nächtliche Abschaltungen: Zwischen 22.00 Uhr und 4.00 Uhr könnte die Wasserversorgung zeitweise unterbrochen werden, das berichten zuerst die „NÖN“. Die Gemeinde hätte darüber bereits eine Mitteilung erhalten. Fix sei das allerdings erst, wenn sich auch in den nächsten Tagen oder Wochen nichts ändert.
2.400 Einwohner in Pöggstall
Die Maßnahme betrifft etwa 1.000 der rund 2.400 Einwohner, die an das Gemeindenetz angeschlossen sind. Die Versorgung stützt sich primär auf sechs Quellen sowie einen Tiefbrunnen, der auch Betriebe beliefert. Noch wartet die Gemeinde ab und beobachtet die Lage. Der Bürgermeister hofft, dass ein Einlenken der Bürger die nächtliche Abdrehung überflüssig macht.