Große Schwarzarbeit-Razzia führt zu überraschenden Funden
Eine Großrazzia in Wien und Niederösterreich wegen mutmaßlicher Schwarzarbeit nahm eine unerwartete Wendung: Neben Unterlagen, Bargeld und Datenträgern fanden die Ermittler auch so einiges andere.
Seit Jahren soll ein Winterdienst-Unternehmen Arbeitskräfte illegal beschäftigt und den Staat um Sozialabgaben gebracht haben. Nun schlugen die Behörden zu: Im Auftrag der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) durchsuchte die Finanzpolizei am Mittwoch (1. Juli) insgesamt 21 Objekte in Wien und Niederösterreich.
Verdacht auf jahrelange organisierte Schwarzarbeit
Nach bisherigen Erkenntnissen sollen die Verantwortlichen des Unternehmens bereits seit 2017 zahlreiche Menschen für Schneeräumungen eingesetzt haben, ohne sie ordnungsgemäß bei der Sozialversicherung anzumelden. Besonders brisant: „Zu den wichtigsten Kunden des Unternehmens zählten vor allem öffentliche Auftraggeber, insbesondere Gesellschaften und Hausverwaltungen, die der Stadt Wien zuzurechnen sind“, heißt es in einer Presseaussendung des Bundesministeriums für Finanzen (BMF).
Verdacht auf jahrelange organisierte Schwarzarbeit
Die Beschuldigten stehen im Verdacht, für ihre Schwarzarbeitmachenschaften ein weit verzweigtes Netzwerk aus Scheinfirmen und Strohmännern aufgebaut zu haben. Aufträge sollen auf dem Papier an Subunternehmen weitergegeben worden sein, obwohl das tatsächlich nicht der Fall gewesen sein soll. „Dieses System diente mutmaßlich dazu, Betriebsausgaben vorzutäuschen, Sozialversicherungsbeiträge und Lohnabgaben zu hinterziehen und gleichzeitig liquide Mittel für die Entlohnung der illegal beschäftigten Arbeiterinnen und Arbeiter zu beschaffen“, erklärt das BMF.
115 Beamte bei Razzia im Einsatz
An der groß angelegten Aktion waren insgesamt 115 Einsatzkräfte beteiligt. Neben der Finanzpolizei unterstützten IT-Spezialisten des Bundeskriminalamts, Beamte der Sicherheitspolizei sowie ein Geldsuchhund des Zollamts Österreich die Ermittlungen. Bei den Hausdurchsuchungen stellten die Ermittler zahlreiche Unterlagen, Laptops, Mobiltelefone und „namhafte Bargeldbeträge“ sicher. Die Beweisstücke werden nun ausgewertet.
Drogen und verbotene Waffen entdeckt
Neben den Unterlagen machten die Einsatzkräfte jedoch auch überraschende Funde: Bei den Hausdurchsuchungen stießen sie auch auf Suchtmittel und verbotene Waffen. Diese wurden an die zuständigen Polizeibehörden übergeben und werden gesondert untersucht. „Die Ermittlungen der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft und des Amtes für Betrugsbekämpfung dauern an“, so das BMF abschließend.