30 Mitarbeiter, 87 Gläubiger: Pharma-Unternehmen wieder insolvent
Über das Vermögen der Marinomed Biotech AG mit Sitz in Korneuburg (Niederösterreich) wurde nach 2024 wieder ein Sanierungsverfahren beantragt - ohne Eigenverwaltung.
Wie der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) und der Kreditschutzverband von 1870 (KSV1870) berichten, wurde die Antragstellerin im Jahr 2006 gegründet und ist ein börsenotiertes biopharmazeutisches Unternehmen. Man entwickelt Produkte und Technologien in den Bereichen Immunologie und Virologie und beschäftigt sich dabei insbesondere mit der Entwicklung innovativer Therapieansätze. Von der Insolvenz sind 30 Dienstnehmer und 87 Gläubiger mit Gesamtforderungen in der Höhe von 22,68 Millionen Euro betroffen.
Unternehmen hat bereits 2024 Insolvenz angemeldet
Bei der nunmehrigen Insolvenz handelt es sich dabei um die zweite Pleite binnen zwei Jahren. Bereits im Jahr 2024 musste man Insolvenz anmelden, das Verfahren damals wurde mit einem 30-prozentigen Sanierungsplan beendet. 20 der 30 Prozent wurden auch bereits ausbezahlt, womit zwei Drittel der Gläubigerforderungen getilgt worden sind. Die seinerzeitige Forderung lebt daher mit einem Drittel wieder auf, so der AKV.
Deshalb ist Marinomed Biotech AG wieder in Insolvenz geschlittert
Als Gründe für das Abgleiten in die Insolvenz wird das Ausbleiben wesentlicher Earn-Out-Zahlungen aus dem Verkauf des Carragelose-Geschäfts genannt. Die Verhandlungen mit dem Vertragspartner seien laut Insolvenzantrag kurzfristig abgebrochen worden, wodurch die für die Finanzierung des Sanierungsplans vorgesehenen Mittel nicht mehr zugeflossen sind. Außerdem verweist man auf den kapitalintensiven Finanzierungsbedarf des forschungsorientierten Biotechnologieunternehmens. Aktiva hat man in Form von geistigem Eigentum wie Patenten und Marken sowie in Form einer Betriebsliegenschaft in Korneuburg. Darüber hinaus bestehen eben auch noch Forderungen aus dem Verkauf des Carragelose-Geschäfts.
Was mit der Marinomed Biotech AG jetzt geschehen soll
Das Unternehmen soll dennoch weiter fortgeführt werden, die Antragstellerin möchte sich weiterhin sanieren und einen dementsprechenden zweiten Sanierungsplan anbieten. Vorgesehen ist eine 20-prozentige Quote, die erforderlichen Mittel sollen dabei aus dem Fortbetrieb des Unternehmens, der weiteren Kommerzialisierung bestehender Produkte, Restrukturierungsmaßnahmen sowie aus der Verwertung bzw. Durchsetzung bestehender Ansprüche bereitgestellt werden, so KSV1870 und AKV abschließend.