„Kontrolliert weiter Tickets und ihr seid tot!“ Gewalttätige Jugendbande endlich ausgeforscht
Angriffe auf Zugpersonal, Bedrohungen und Vandalismus an Verkehrsschildern: Eine Jugendbande beschäftigte seit Anfang des Jahres die Ermittler im Bezirk St. Pölten (NÖ). Jetzt kam die Polizei den mutmaßlichen Tätern auf die Spur.
Der Polizei gelang es nun, acht dringend Tatverdächtige auszuforschen. Ein Puzzleteil, das die Ermittler schließlich zur Jugendbande führte, war die Schmiererei: „Kontrolliert weiter Tickets und ihr seid tot“. Den acht Jugendlichen im Alter von 14 bis 18 Jahren werden zahlreiche Zwischenfälle seit Jahresbeginn angelastet, die sich schwerpunktmäßig auf der Zugstrecke von Wilhelmsburg nach St. Pölten ereigneten. Das berichtet zuerst der ORF Niederösterreich.
Schaffner geschlagen und schwer verletzt
Wie gewaltbereit die Bande tatsächlich war, zeigte ein Vorfall Anfang Mai: Als ein Zugbegleiter den bereits bekannten Jugendlichen den Zutritt zum Waggon verwehren wollte, eskalierte die Situation. „Dabei wurde er von einem zur Tatzeit noch 14-Jährigen mit mehreren Schlägen ins Gesicht körperlich attackiert, wobei er schwer verletzt wurde“, schilderte Johann Baumschlager, Sprecher der Landespolizeidirektion Niederösterreich, im Gespräch mit dem ORF Niederösterreich. Die Liste der Vorwürfe gegen die acht Jugendlichen ist lang und reicht bis zu massiver Sachbeschädigung. Neben Schmierereien und abgerissenen Verkehrs- sowie Firmenschildern geht auch das Ausreißen eines Verteilerkastens auf das Konto der Bande.
1.549 Angriffe auf Zugpersonal innerhalb von fünf Jahren
Die bisherigen Anzeigen scheinen bei den Jugendlichen allerdings wenig Wirkung zu zeigen. Zwar gilt die Bande laut Polizeisprecher Baumschlager im Wesentlichen als zerschlagen, doch ein bis zwei Mitglieder begehen weiterhin gerichtlich strafbare Handlungen. Übergriffe auf ÖBB-Mitarbeitende sorgen regelmäßig für Debatten. Zahlen des Infrastrukturministeriums belegen das Problem: Zwischen 2020 und 2025 wurden österreichweit 1.549 Angriffe auf Zugbegleiter sowie das Service- und Kontrollpersonal verzeichnet. Hinzu kamen weitere 285 Übergriffe auf das ÖBB-Sicherheitspersonal.