Bauernhof von Dürre-Hilfe enttäuscht: „Tiere können nicht auf bessere Zeiten warten“
Dieses Jahr hatte es bisher in sich. Neben den Rekordtemperaturen haben Österreichs Bauern auch mit der extremen Dürre zu kämpfen. Seitens der Regierung gibt es daher ein "Dürre-Hilfspaket", mit dem nicht alle zufrieden sind.
Seit wenigen Tagen gibt es ein Dürre-Hilfspaket des Staates für landwirtschaftliche Betriebe. Tagelang hat man darum gerungen, dann konnte doch eine koalitionsinterne Einigung erzielt werden. Dazu hat man in einem 240 Millionen Euro-Paket vier zentrale Maßnahmen geschnürt. So wurde etwa der öffentliche Prämienzuschuss zur Dürreversicherung einmalig angehoben, bei den Sozialversicherungsbetrieben gibt es eine befristete Entlastung, es gibt Zinszuschüsse für Betriebsmittelkredite und Agrarinvestitionskredite können gestundet werden. Ein Bauernhof aus Staatz (Bezirk Mistelbach, Niederösterreich) ist von dem Paket jedoch „schwer enttäuscht“.
„Unsere Tiere brauchen Futter – und zwar jetzt“
„Die angekündigten Maßnahmen mögen auf den ersten Blick nach Unterstützung klingen – bei vielen kleinen und mittleren Betrieben kommt davon aber kaum etwas an“, so die Kritik des „HillerHof Staatz“. Vor allem bei Tierbetrieben stehe man vor enormen Herausforderungen, denn: „Unsere Tiere brauchen Futter – und zwar jetzt.“ Kredite für Futtermittel würden nur bedingt helfen, wenn aufgrund der Dürre kein ausreichendes Futter wächst oder verfügbar sei. Die finanzielle Belastung würde damit außerdem nicht gelöst, „sondern lediglich nach hinten verschoben“, so der Bauernhof auf Facebook weiter.
Stundungen als „zusätzliche Belastung im nächsten Jahr“
Bei der Stundung von Beiträgen oder Zahlungen spricht man von einer „zusätzlichen Belastung“ im nächsten Jahr – „und genau die Negativspirale, aus der wir eigentlich herauskommen müssten, wird weitergeführt“. Brauchen würde es dagegen „echte, zielgerichtete Hilfen für kleine und mittlere landwirtschaftliche Betriebe und insbesondere für jene, die Tiere halten“. Viele Familienbetriebe hätten nämlich nicht hunderte Hektar, es handle sich oft um kleine Milchviehbetriebe in Tirol, Salzburg oder Kärnten. Diese Betriebe würden nicht einfach aufhören zu produzieren können, wenn das Futter fehlt.
„Massiver Schaden darf nicht unterschätzt werden“
Unterschiedliche Betriebszweige möchte man nicht gegeneinander ausspielen, „aber der massive Schaden, den die anhaltende Trockenheit für tierhaltende Betriebe verursacht, darf nicht unterschätzt werden“. Bleibt das Futter auf den Wiesen aus, „steigen die Kosten massiv“. Den Schaden bezeichnet der HillerHof Staatz als in manchen Fällen existenzgefährdend. Denn, so der Hof abschließend: „Unsere Tiere können nicht auf bessere Zeiten warten.“