Studiengebühren-Debatte: „Wer nebenbei arbeitet, ist kein Bummler“
Die Debatte um höhere Studiengebühren schlägt weiter hohe Wellen: Nach Vorschlägen der NEOS meldet sich nun die ÖH zu Wort. Sie warnt vor einer Bestrafung arbeitender Studierender.
Der Vorschlag der NEOS und der JUNOS, die Studiengebühren nach der Toleranzzeit von derzeit 363,36 Euro auf 700 Euro pro Semester nahezu zu verdoppeln sowie die Mindeststudienleistung zu erhöhen, stößt auf Widerstand. Nachdem sich bereits Kärntens Hochschulreferent Peter Reichmann für soziale Abfederungen und Bindungsmodelle aussprach, zieht nun die Studierendenvertretung eine Trennlinie. Besonders scharfe Kritik kommt von der Hochschülerschaft an der Universität für Weiterbildung Krems (ÖH-UWK). Deren Vorsitzender Maximilian Veichtlbauer warnt davor, die Lebensrealität vieler Studierender zu ignorieren.
„Arbeitende Studierende sind keine Bummelstudenten“
Viele Studierende finanzierten ihren Lebensunterhalt selbst oder absolvierten Ausbildungen berufsbegleitend. Eine Erhöhung der Gebühren bei Überschreitung der Toleranzsemester treffe genau diese Gruppe mit voller Härte. „Wer neben dem Studium arbeitet, seinen Lebensunterhalt selbst verdient und dadurch länger für seinen Abschluss braucht, darf nicht auch noch finanziell bestraft werden. Studierende, die Studium, Beruf und oft auch Familie vereinbaren, sind keine Bummelstudenten – sie leisten jeden Tag enorm viel“, betont Veichtlbauer.
Erst Rahmenbedingungen verbessern, dann verhandeln
Bevor überhaupt über höhere finanziellen Belastungen oder strengere ECTS-Hürden diskutiert werden könne, müssten grundlegende Hausaufgaben an den Hochschulen erledigt werden. Gefordert werden planbarere Lehrveranstaltungen, flexiblere Studienmodelle sowie ein garantierter Zugang zu benötigten Kursen. Das Fazit der Studierendenvertretung fällt dementsprechend eindeutig aus: Wer Leistung wirklich ernst nehme, müsse arbeitende Studierende unterstützen, anstatt ihnen neue finanzielle Hürden in den Weg zu legen. Die Hochschulstrategie 2040 bleibt damit ein heiß umkämpftes Pflaster.