Brucknerhaus-Affäre: Ex-Bürgermeister Klaus Luger vor Gericht
Nach der aufgehobenen Diversion muss sich der frühere Linzer Bürgermeister Klaus Luger vor Gericht verantworten. Dem 65-Jährigen drohen im Untreue-Verfahren bis zu drei Jahre Haft.
Für den früheren Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) beginnt am Freitag der Prozess am Landesgericht Linz. Nach der Aufhebung einer ursprünglich vorgesehenen Diversion muss sich der 65-Jährige nun wegen des Verdachts der Untreue verantworten. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe.
Gutachten steht im Mittelpunkt der Anklage
Ausgangspunkt des Verfahrens ist die sogenannte Brucknerhaus-Affäre. Luger soll im Jahr 2017 einem Bewerber für die Leitung der Linzer Veranstaltungsgesellschaft LIVA und des Brucknerhauses vorab Fragen aus dem Auswahlverfahren weitergegeben haben. Nachdem dieser Umstand öffentlich bekannt geworden war, soll Luger ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben haben, das laut Staatsanwaltschaft vor allem seinen eigenen Interessen diente. Den dadurch entstandenen finanziellen Schaden beziffert die Anklage auf rund 19.000 Euro. Eine Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung einer Geldauflage hatte das Oberlandesgericht Linz im Frühjahr aufgehoben.
Verhandlung vorerst für drei Stunden angesetzt
Nach Ansicht der Richter wäre eine Diversion angesichts des öffentlichen Interesses in diesem Fall kein ausreichendes Signal gewesen. Die Verhandlung ist zunächst auf drei Stunden angesetzt. Als Zeugen werden unter anderem der ehemalige Rechtsvertreter Lugers sowie frühere Mitglieder des LIVA-Aufsichtsrats und ein ehemaliger Geschäftsführer erwartet. Luger war im August 2024 nach anhaltender Kritik im Zusammenhang mit der Affäre als Bürgermeister zurückgetreten.