Vier Katzenbabys an der B148 ausgesetzt: Sie waren erst zehn Tage alt
In Kirchdorf am Inn entdeckten Anrainer vier winzige Katzenbabys im hohen Gras direkt neben der B148. Die Tiere hatten gerade erst die Augen geöffnet und mussten dringend gefüttert werden.
Vier Katzenbabys sind in Kirchdorf am Inn im Bezirk Ried im Innkreis (Oberösterreich) ausgesetzt worden. Gefunden wurden sie von Anrainern direkt neben der B148. Die Tiere lagen im hohen Gras bei einem Haus an der Bundesstraße. Besonders erschreckend: Die Kleinen hatten gerade erst ihre Augen geöffnet. Anschließend wurden sie zum fast eine Stunde entfernten Tierschutzhof Pfotenhilfe nahe der Grenze zu Salzburg gebracht.
Erst zehn Tage alt
Nach Angaben der Pfotenhilfe sind die vier Findelkinder erst rund zehn Tage alt. Ihre Augen sind bereits durch Katzenschnupfen entzündet. Pfotenhilfe-Chefin Johanna Stadler schildert die Situation so: „Wir bekommen immer noch mehrmals pro Woche ausgesetzte oder zurückgelassene Katzen. Diesmal ist es wieder besonders tragisch. Vier Findelkinder wurden kurzerhand bei einem Haus direkt an der Bundesstraße ins hohe Gras geschmissen. Sie hatten gerade erst die Augen geöffnet, die vom Katzenschnupfen bereits entzündet sind. Sie sind also erst rund zehn Tage alt und schon wurden sie skrupellos von der Mutter getrennt“. Für die kleinen Katzen musste nach ihrer Ankunft rasch gehandelt werden.
Hunger war groß
Vor allem Futter brauchten die Katzenbabys dringend. „Als erstes musste ich die Kleinen dringend füttern, weil sie so vor Hunger schrien“, berichtet Stadler. Am Tierschutzhof werden die vier Tiere nun von ihr persönlich versorgt. Sie hält die Babys warm und füttert sie fast rund um die Uhr mit dem Flascherl. Damit sind die Findelkinder vorerst in Betreuung.
Pfotenhilfe warnt
Der Fall ist laut Pfotenhilfe kein Einzelfall. Die Organisation berichtet, weiterhin mehrmals pro Woche ausgesetzte oder zurückgelassene Katzen aufzunehmen. Sie appelliert deshalb an Katzenhalter, sich an die gesetzliche Kastrationspflicht zu halten. „Diese Ignoranz verursacht viel Tierleid und ist kein Kavaliersdelikt!“, so Stadler. Laut Pfotenhilfe kann ein Verstoß gegen die Kastrationspflicht Verwaltungsstrafen von mehreren Tausend Euro nach sich ziehen, für das Aussetzen von Tieren drohen sogar Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren.
Hinweise möglich
Wer Beobachtungen zu diesem Fall gemacht hat, kann sich an die Pfotenhilfe wenden. Auch Hinweise zu schlechter Tierhaltung oder Tierquälerei werden entgegengenommen. Diese können bei Bedarf anonym über das Kontaktformular auf www.pfotenhilfe.at übermittelt werden. Die Organisation hofft damit auch auf Informationen zu den vier ausgesetzten Katzenbabys.