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/ ©„Rechenzentrum Nein Danke“
Foto auf 5min.at zeigt eine Demo der Initiative von „Rechenzentrum Nein Danke“.
Seit Sonntagfrüh besetzen Aktivistinnen und Aktivisten die Baustelle des geplanten Google-Rechenzentrums in Kronstorf.

Google-Baustelle in Kronstorf besetzt: Protest gegen Rechenzentrum

Seit Sonntagfrüh (30. August) läuft in Kronstorf in Oberösterreich ein Protest gegen das geplante Google-Rechenzentrum. Aktivistinnen und Aktivisten haben das Dach der Baustelle besetzt und stellen mehrere Forderungen.

von Julia Waldhauser Teamfoto von 5min.at: Julia Waldhauser ist für die Online-Redaktion Graz tätig.
2 Minuten Lesezeit(453 Wörter)
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Seit 8.20 Uhr besetzen Aktivistinnen und Aktivisten der Initiative „Rechenzentren Nein Danke!“ nach eigenen Angaben das Dach der Baustelle des Google-Rechenzentrums in Kronstorf (Oberösterreich). Gleichzeitig findet vor der Baustelle eine Kundgebung statt, die sich mit den Protestierenden solidarisiert. Auch Attac erklärt sich mit der Aktion solidarisch und verbreitet die Presseinformation der Initiative. Im Zentrum des Protests stehen der geplante Bau sowie dessen möglicher Energie- und Ressourcenverbrauch.

Baustopp gefordert

Die Initiative fordert von der oberösterreichischen Landesregierung und der Bundesregierung einen sofortigen Baustopp für das Projekt in Kronstorf sowie für alle geplanten Rechenzentren in Österreich. Außerdem sollen Baupläne und die geplante Verwendung solcher Anlagen offengelegt werden. Die Aktivistinnen und Aktivisten verlangen zudem, dass in österreichischen Rechenzentren keine Militär- und Überwachungstechnologien trainiert werden. „Wir lehnen die Verwendung von KI für Überwachung und militärische Zwecke grundsätzlich ab – egal ob in Kronstorf oder an anderen Standorten“, erklären die Aktivist*innen.

Foto auf 5min.at zeigt eine Demo der Initiative von „Rechenzentrum Nein Danke“.
©„Rechenzentrum Nein Danke“ |
Mit ihrer Aktion fordern die Protestierenden unter anderem einen Baustopp und mehr Offenlegung bei den Plänen für das Rechenzentrum. 

Kritik am Verbrauch

Ein weiterer Kritikpunkt ist der aus Sicht der Gruppe hohe Boden- und Energieverbrauch großer Rechenzentren. „Die Klimakatastrophe ist in vollem Gange. Dürresommer mit Rekordtemperaturen, hunderten Hitzetoten und Landwirtschaftsschäden in Milliardenhöhe werden zur neuen Normalität. In dieser Zeit können wir uns keine Hyperscaler mit irrwitzigem Energie- und Bodenverbrauch leisten. Daher sagen wir Rechenzentren Nein Danke – keine KI-Bunker in der Klimakrise“, sagt eine Sprecherin der Gruppe. Die Initiative verweist außerdem auf mögliche Belastungen durch Lärm und Wärme sowie steigende Strompreise.

Kritik an KI-Nutzung

Die Protestierenden richten ihre Kritik auch gegen eine mögliche Nutzung der Infrastruktur für künstliche Intelligenz, Überwachung und militärische Anwendungen. In ihrer Aussendung verweisen sie dabei auf Verträge von Google mit dem Pentagon sowie auf das Projekt Nimbus für die israelische Regierung. Daraus leitet die Initiative schwere Vorwürfe gegen den Konzern ab. Attac fordert unterdessen eine stärkere öffentliche Kontrolle digitaler Infrastruktur. „Die rasante technologische Entwicklung darf nicht zu noch mehr digitaler Überwachung, Polarisierung, Spekulation und Ressourcenverbrauch führen. Digitale Infrastruktur muss als öffentliches Gemeingut verstanden und demokratisch kontrolliert werden. Daher braucht es auch einen Stopp für das Rechenzentrum in Kronstorf“, kommentiert David Walch von Attac die Proteste.

Projekt in Kronstorf

Nach Angaben in der Aussendung soll das Google-Rechenzentrum in Kronstorf auf einer Fläche von 50 Hektar entstehen und zu den größten Europas zählen. Demnach soll es mehr Strom benötigen als alle Haushalte in Oberösterreich zusammen. Für die Kühlung sollen laut den Angaben täglich bis zu 17,5 Millionen Liter Wasser aus der Enns entnommen werden. Bis zu 5,8 Millionen Liter sollen anschließend mit einer Temperatur von 30 Grad wieder in den Fluss gelangen.

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