Hunde aus Messie-Haus gerettet: Verfahren wegen Tierquälerei eingestellt
Drei Hunde wurden laut Pfotenhilfe aus einem Messie-Haus nahe Salzburg gerettet. Nun sorgt die Einstellung des Verfahrens wegen des Verdachts der Tierquälerei für Kritik bei den Tierschützern.
Drei Hunde in schlechtem Zustand, ein verwahrlostes Haus und ein Polizeieinsatz: Der Tierschutzhof Pfotenhilfe berichtet von einer aufwendigen Rettungsaktion nahe der Stadt Salzburg. Nun sorgt der Fall erneut für Ärger bei den Tierschützern. Nach Angaben der Pfotenhilfe wurde das wegen des Verdachts der Tierquälerei angestoßene Verfahren von der Staatsanwaltschaft eingestellt. Die drei Hunde Stöpsel, Linda und Fanni waren laut Pfotenhilfe unter schwierigen Bedingungen aus einem sogenannten Messie-Haus geholt worden. Die Rettungsaktion sei von einem größeren Polizeieinsatz begleitet worden. Unter den Tieren befand sich auch der damals erst vier Wochen alte Stöpsel. Von dessen Existenz habe die Behörde laut Pfotenhilfe zuvor nichts gewusst. Gemeinsam mit seiner Mutter Linda und einer weiteren Hündin, die von den Tierschützern Fanni genannt wurde, kam er schließlich auf den Tierschutzhof.
Hunde in schlechtem Zustand vorgefunden
Besonders Linda bereitete den Helfern Sorgen. Die Hündin sei völlig verfilzt gewesen und aufgrund eines genetischen Defekts blind. Laut Pfotenhilfe soll mit ihr dennoch gezüchtet worden sein. Auch ihr Jungtier Stöpsel sei auf einem Auge blind. Die dritte Hündin hatte sich laut den Tierschützern aus Angst unter einer Betonplatte versteckt. Mitarbeiter der Pfotenhilfe hätten sie dort unter schwierigen Bedingungen und mit viel Geduld hervorgeholt. Seither kümmert sich die Organisation um die Tiere. Neben den Kosten für die Versorgung gehe es auch darum, den Hunden ihre Angst vor Menschen zu nehmen. Bei Linda besteht laut Pfotenhilfe Hoffnung, ihre Sehkraft zumindest medizinisch behandeln zu können. Dafür seien allerdings weitere finanzielle Mittel notwendig.
Pfotenhilfe enttäuscht über eingestelltes Verfahren
Für Unverständnis sorgt bei der Organisation die Entscheidung der Staatsanwaltschaft Salzburg. „Kürzlich haben wir erfahren, dass die Staatsanwaltschaft unsere Anzeige wegen Tierquälerei wieder einmal eingestellt hat“, sagt Pfotenhilfe-Geschäftsführerin Johanna Stadler. Sie kritisiert, dass die Organisation nun den Aufwand und die Kosten für die Versorgung der Tiere trage. Besonders enttäuscht zeigt sie sich darüber, dass nach Darstellung der Pfotenhilfe bereits zuvor Hunde an diesem Ort behördlich abgenommen worden seien. Die in der Aussendung erhobene Kritik und die Schilderung der Vorgeschichte stammen von der Pfotenhilfe. Eine Stellungnahme der Staatsanwaltschaft zu den Gründen für die Einstellung des Verfahrens liegt in den übermittelten Informationen nicht vor.
Welttierschutztag als Anlass für Kritik
Wenige Tage vor dem Welttierschutztag am 4. Oktober nimmt die Pfotenhilfe den Fall zum Anlass, erneut schärfere Konsequenzen bei Tierquälerei zu fordern. Stadler, die nach eigenen Angaben seit mehr als 25 Jahren im Tierschutz tätig ist, sieht zwar ein wachsendes Bewusstsein in der Bevölkerung, kritisiert gleichzeitig aber fehlende Fortschritte bei gesetzlichen Rahmenbedingungen und beim Einschreiten gegen mutmaßliche Tierquälerei. Die Pfotenhilfe fordert unter anderem eine Anhebung des Strafrahmens. „Während das Bewusstsein, die Aufmerksamkeit und die Hellhörigkeit der Bevölkerung bezüglich Tierquälerei immer mehr steigt, haben wir seit Jahren einen beinahe völligen Stillstand in der Gesetzgebung“, kritisiert Stadler.
Mehr als 600 Tiere auf Tierschutzhof
Auf dem Tierschutzhof Pfotenhilfe werden laut Organisation derzeit mehr als 600 Tiere betreut. Die Kapazitäten seien angesichts des steigenden Bedarfs jedoch begrenzt. Stadler fordert deshalb auch von der Politik stärkere Unterstützung für den Tierschutz. Für Stöpsel, Linda und Fanni geht die Betreuung unterdessen weiter. Die drei geretteten Hunde sollen gesundheitlich versorgt und auf ein Leben unter besseren Bedingungen vorbereitet werden.