4,1 Mio. Euro Passiva und über 50 Gläubiger – doch Firma will Betrieb fortführen
Ein Unternehmen aus Ansfelden mit Betriebsstätte in Traun hat ein Sanierungsverfahren beantragt. Laut AKV stehen rund 4,145 Millionen Euro an Verbindlichkeiten im Raum. Der Betrieb soll weitergeführt werden.
Über das Vermögen der TAB-AUSTRIA Industrie- und Unterhaltungselektronik GmbH & Co KG wurde ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beim Landesgericht Linz beantragt. Das gab der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) bekannt. Eröffnet ist das Insolvenzverfahren laut AKV derzeit noch nicht. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Ansfelden und betreibt eine Betriebsstätte in Traun.
Mehr als 50 Gläubiger
Die Verbindlichkeiten summieren sich laut Insolvenzantrag auf rund 4,145 Millionen Euro. Davon entfallen etwa 2,05 Millionen Euro auf Kreditinstitute und rund 1,7 Millionen Euro auf verbundene Unternehmen. Aus Lieferungen und Leistungen seien rund 360.000 Euro offen, gegenüber Mitarbeitern rund 35.000 Euro. Mehr als 50 Gläubiger sind von dem Verfahren betroffen.
Mehrere Belastungen
Als Ursachen nennt das Unternehmen laut AKV unter anderem die Folgewirkungen der Corona-Pandemie, Lieferkettenstörungen und einen deutlichen Umsatzrückgang im Stammgeschäft mit Unterhaltungselektronik. Auch Verzögerungen bei der Auslieferung und Abrechnung von Geräten hätten die wirtschaftliche Lage belastet. Hinzu kämen die negative Entwicklung der Absatzmärkte in arabischen Ländern sowie beträchtliche Forderungsausfälle. Weitere Belastungen seien durch Restrukturierungen, die Anpassung des Personalstands und die Neuausrichtung der Vertriebsstrukturen entstanden.
Keine Mitarbeiter
Derzeit beschäftigt die Antragstellerin laut Insolvenzantrag keine Dienstnehmer. Sämtliche zuvor beschäftigten Mitarbeiter sind bereits vor der Antragstellung aus dem Unternehmen ausgeschieden. Im Zuge der geplanten Fortführung sollen wieder zwei Dienstnehmer beschäftigt werden. Bereits umgesetzt worden seien außerdem personelle und operative Restrukturierungsmaßnahmen sowie Einsparungen bei Miet-, Verwaltungs- und variablen Betriebskosten.
Betrieb soll weitergehen
Das Unternehmen strebt eine Fortführung und Sanierung an. Den Insolvenzgläubigern soll eine Quote von 20 Prozent angeboten werden, zahlbar innerhalb von zwei Jahren. Das dafür notwendige Geld soll laut Antrag einerseits aus dem positiven Cashflow des fortgeführten Kerngeschäfts kommen. Andererseits ist die Einwerbung von Mezzaninkapital im Rahmen eines Investorenprozesses vorgesehen. TAB-AUSTRIA ist unter anderem im Bau, Großhandel, Vertrieb und in der Reparatur von Geräten der Unterhaltungselektronik sowie bei Softwarelösungen tätig.