4,075 Millionen Euro offen: Elektronikfirma aus Ansfelden beantragt Sanierung
Für ein Unternehmen aus Ansfelden wird es ernst: Die DATTL Unterhaltungselektronik GmbH & Co KG hat ein Sanierungsverfahren beantragt. Betroffen sind laut AKV 19 Gläubiger und Forderungen von rund 4,075 Millionen Euro.
Die DATTL Unterhaltungselektronik GmbH & Co KG mit Sitz in Ansfelden hat beim Landesgericht Linz ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Das teilte der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) mit. Eröffnet wurde das Insolvenzverfahren vom Gericht bislang noch nicht. Das Unternehmen ist vor allem im Automatenverleih sowie bei der Aufstellung und Wartung von Unterhaltungs- und Spielgeräten außerhalb des Glücksspiels tätig. Außerdem dient es als Testmarkt für neue Spiele, Geräte und Funktionen einer verbundenen Erzeugergesellschaft.
Millionen offen
Aus den Unterlagen gehen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von rund 240.000 Euro hervor. Dazu kommen laut AKV rund 3,8 Millionen Euro gegenüber verbundenen Unternehmen sowie rund 35.000 Euro gegenüber Mitarbeitern. Insgesamt sind demnach 19 Gläubiger betroffen. Ihre Forderungen belaufen sich zusammen auf rund 4,075 Millionen Euro.
Markt ging zurück
Als Gründe für die finanzielle Lage nennt das Unternehmen mehrere Entwicklungen. Dazu zählen erhebliche Marktveränderungen infolge der COVID-19-Pandemie und witterungsbedingte Rückgänge bei den Einspielergebnissen. Auch hohe einmalige Personalkosten im Zusammenhang mit Abfertigungszahlungen werden angeführt. Nach Angaben des Unternehmens ist der Gesamtmarkt im Kerngeschäft der Geräteaufstellung in den vergangenen fünf Jahren um schätzungsweise 30 Prozent zurückgegangen.
Firma will weitermachen
Trotz der finanziellen Schwierigkeiten wird eine Fortführung des Unternehmens angestrebt. Die DATTL Unterhaltungselektronik will sich sanieren und ihren Gläubigern einen Sanierungsplan anbieten. Dieser sieht laut AKV eine Quote von 20 Prozent vor, die innerhalb von zwei Jahren bezahlt werden soll. Das dafür notwendige Geld soll aus dem positiven Ergebnis des weitergeführten Kerngeschäfts sowie aus der Einwerbung von Mezzaninkapital kommen.
Kosten bereits gesenkt
Für die Stabilisierung wurden laut den vorliegenden Angaben bereits Personal-, Fuhrpark-, Sach- und Verwaltungskosten reduziert. Gleichzeitig soll sich das Unternehmen künftig stärker auf sein Kerngeschäft konzentrieren. Persönlich haftende Gesellschafterin der DATTL Unterhaltungselektronik GmbH & Co KG ist die TAB Austria Group GmbH. Wie es mit dem Sanierungsverfahren weitergeht, hängt nun zunächst von der Entscheidung des Landesgerichts Linz über die Eröffnung ab.