
Unter „neuem“ Namen: Jan Marsalek soll jetzt in Moskau leben
Er ist einer der meistgesuchten Männer - nicht nur in Österreich, in ganz Europa. Die Rede ist von Ex-Wirecard-Vorstand Jan Marsalek. Nun soll er wieder aufgetaucht sein - unter neuem Namen in Russland.
Jan Marsalek dürfte sich wohl in der russischen Hauptstadt Moskau ein neues Leben aufgebaut haben – wie Recherchen vom „Standard“, „Spiegel“, „ZDF“, PBS und der russischen Plattform „The Insider“ zeigen. Der Österreicher ist mittlerweile seit Juni 2020 auf der Flucht, in Russland lebt er weitestgehend unbehelligt und ist vermeintlicher Agent im Dienste des russischen Geheimdienstes.
Marsalek soll auch in der Ukraine gewesen sein
Bilder zeigen ihn dabei ruhig in Moskau schlendernd und auch im Anzug am Weg in die FSB-Zentrale. Zudem soll sich sein Handy im Vorjahr hunderte Male in der Nähe des Gebäudes eingeloggt haben, Informanten bestätigen den Reportern auch, dass er für den Geheimdienst (FSB) arbeitet. Marsalek hat sich dort übrigens auch einen „neuen“ Namen zugelegt. Generell soll er mehrere Alias-Identitäten haben – darunter den Namen Alexander Michaelowitsch Nelidov. Er dürfte sich außerdem laut Datenanalysen auch in der Ostukraine, im besetzten Mariupol, befunden haben. Marsalek werden von der Staatsanwaltschaft in München nach dem Zusammenbruch von Wirecard bandenmäßiger Betrug, Untreue in besonders schwerem Fall und weitere Wirtschaftsdelikte vorgeworfen.