„Geht um zu viel Geld“: Warum die KI bei Job-Problemen nicht immer hilft
"AK statt KI." Unter diesem Motto hat die Arbeiterkammer kürzlich ein Facebook-Posting abgesetzt, in dem man davor warnt, bei arbeitsrechtlichen Fragen der künstlichen Intelligenz nicht allzu sehr zu vertrauen.
Die künstliche Intelligenz (KI) würde häufig deutsches und österreichisches Recht vermischen und wichtige Details einfach auslassen. Das bestätigt auch AK-Rechtsexperte und Jurist Alexander Tomanek von der Arbeiterkammer Wien im Gespräch mit 5 Minuten: „Es geht um zu viel Geld, als dass man sich darauf verlassen könnte.“ Verlässt man sich rein nur auf die Aussagen der KI, würde man sich oft sogar noch mehr Job-Probleme einhandeln, weiß die AK. „Da sind so oft falsche Sachen drin. Bei uns hätten die Menschen die Antworten sofort“, meint Tomanek.
Thema KI „taucht immer wieder auf“
„Das Thema taucht immer wieder in der telefonischen Beratung auf, jetzt müssen wir das etwas entschleunigen“, erklärt der Jurist die Beweggründe hinter dem Posting. Selbst würde man auch immer wieder Selbstversuche starten, „da kommen teilweise wirklich abstruse Ergebnisse heraus“. Tomanek weiter: „Die Idee an sich ist gut, für eine erste Einschätzung kann man die KI auch gerne befragen.“ In wichtigen Fällen und bei juristischen Sachen rät er aber eher zum Weg zu den Experten: „Die KI ist bei vielen Sachen einfach noch nicht ausgereift genug.“
Hast du schon einmal die Hilfe der Arbeiterkammer in Anspruch genommen?
„Die KI haftet nicht, man bleibt am möglichen Schaden sitzen“
Oft werde bei der KI nicht unterschieden, wie etwa bei der einvernehmlichen und der Selbstkündigung, gibt Tomanek ein Beispiel. Die Unterschiede sind aber entscheidend, bekommt man bei der einvernehmlichen Kündigung doch gleich von Tag 1 weg Arbeitslosengeld, bei der Selbstkündigung ist man vier Wochen lang gesperrt. „Die KI haftet nicht, man bleibt am möglichen Schaden sitzen“, weiß der Experte.
KI als „Effektivitätssteigerung“
Generell sieht er die KI aber schon positiv. „Man kann viel damit machen und sie ist eine Effektivitätssteigerung.“ Sollte es aber ernst werden und es um die Rechte im Job gehen, „empfiehlt es sich schon noch, den Experten zu befragen und zur AK zu kommen“, so Tomanek gegenüber 5 Minuten abschließend.