Kein Laden mehr vor Ort: Salzburger Dörfer verlieren ihr Lagerhaus
Eine bittere Nachricht – nicht nur für die betroffenen Mitarbeiter: Drei Filialen müssen schließen. Ausweichen ist künftig nur noch mit dem Auto möglich. Das sorgt bei vielen Betroffenen für Kritik.
Auf der einen Seite wird in Filialen investiert, auf der anderen Seite müssen Standorte schließen. Die Nachricht über die Schließungen mehrerer Lagerhaus-Standorte in Salzburg hat für große Aufregung gesorgt. „Leider kommt es – als Folge der Marktentwicklungen – zur Schließung der drei Lagerhaus-Standorte Abersee, Niedernsill und Taxenbach. Die Versorgung der dortigen Kund:innen erfolgt zukünftig in den umliegenden, nahegelegenen Lagerhäusern“, heißt es in einer Aussendung von Raiffeisen Salzburg. Betroffen von den Schließungen sind 20 Mitarbeiter, für die allerdings eine individuelle Lösung versprochen wird. Für Kunden, die bisher in diesen Filialen einkaufen gingen, heißt das ab Ende des Jahres ausweichen
Nächstgelegene Lagerhäuser nach den Schließungen in Salzburg
Abersee (Bezirk Salzburg-Umgebung):
- Bad Ischl (Bezirk Gmunden, Oberösterreich)
- Hof (Bezirk Salzburg-Umgebung)
- Faistenau (Bezirk Salzburg-Umgebung)
Niedernsill (Bezirk Zell am See):
- Mittersill (Bezirk Zell am See)
- Bruck (Bezirk Zell am See)
Taxenbach (Bezirk Zell am See):
- Bruck (Bezirk Zell am See)
- Rauris (Bezirk Zell am See)
Lagerhaus-Aus sorgt für Kritik
Diese Nachricht stößt vielen bitter auf. So berichtet die „Kronen Zeitung“ von verschiedenen Reaktionen ortsansässiger Betroffenen. „Jetzt ist bei uns kein Geschäft mehr zu Fuß erreichbar“, kommt Kritik von Johannes Rieger von der Bauernschaft in Abersee. Das sei vor allem zum Nachteil der älteren Bevölkerung. Auch Alexander Grill, Bauernbundobmann in St. Gilgen, reagiert ähnlich. Seiner Ansicht nach geht ein wichtiger sozialer Treffpunkt verloren, denn viele im Dorf hätten den Standort sehr wohl genutzt. Wenig Begeisterung zeigt man sich auch in Niedernsill: „Unser Lagerhaus ist auch für Handwerker eine wichtige Adresse“, bedauert dort ÖVP-Bürgermeister Günther Brennsteiner.