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/ ©APA/THEMENBILD/HARALD SCHNEIDER
Symbolfoto
Ein Bild auf 5min.at zeigt ein totes Reh am Straßenrand nach einem Wildunfall.
Gerade in der Dämmerung kommt es vermehrt zu Wildunfällen.

Gefahr auf Freilandstraßen: Jetzt häufen sich Wildunfälle

Mit der Herbstzeit beginnt die gefährlichste Phase für Wildunfälle auf Österreichs Straßen. Besonders in der Dämmerung sind Rehe, Wildschweine und Hirsche vermehrt unterwegs. Der ÖAMTC mahnt zur Vorsicht.

von Stefan Putz Logo 5 Minuten
2 Minuten Lesezeit(356 Wörter)

Die Tage werden kürzer, die Nächte länger – und genau das erhöht das Risiko für Wildunfälle. Laut ÖAMTC sind Wildtiere besonders in der Dämmerung aktiv, also genau dann, wenn viele Pendler unterwegs sind. Im vergangenen Jahr wurden 314 Wildunfälle mit Personenschaden registriert, bei denen 374 Menschen verletzt wurden. Eine Person kam in der Steiermark ums Leben. Besonders häufig krachte es in Niederösterreich (103 Fälle), gefolgt von Oberösterreich (76) und der Steiermark (55). Nur in Vorarlberg blieb die Unfallstatistik ohne Personenschaden.

Größte Gefahr durch Ausweichmanöver

Oft ist es nicht die Kollision selbst, die schwere Folgen hat – sondern das falsche Reagieren.
„Viele Lenker:innen versuchen instinktiv, dem Tier auszuweichen. Doch auf engen Landstraßen mit Gegenverkehr oder Bäumen am Straßenrand kann das fatal enden“, warnt Roland Frisch, Pkw-Chefinstruktor der ÖAMTC Fahrtechnik. Wenn der Bremsweg nicht mehr ausreicht, sei es in den meisten Fällen sicherer, den Zusammenstoß in Kauf zu nehmen, als unkontrolliert auszuweichen. „Nur wenn es wirklich gefahrlos möglich ist, sollte man versuchen, dem Tier auszuweichen“, so Frisch.

Hast du schon einmal ein Wildtier auf der Straße gesehen?

Ja.
Nein.
Bin mir nicht sicher.

Richtiges Verhalten bei Wildwechsel

Besondere Aufmerksamkeit gilt auf Freilandstraßen in den frühen Morgen- und Abendstunden. „Wo Wildwechsel-Schilder stehen, heißt das: Fuß vom Gas, bremsbereit bleiben und mit allem rechnen“, betont Frisch. Wichtig sei zudem, beide Fahrbahnseiten im Blick zu behalten – Wild könne von überall kommen.

Tritt ein Tier auf die Fahrbahn dann gilt das

    • Abblenden und hupen, um es zu verscheuchen.

    • Stark bremsen, aber nicht riskant ausweichen.

    • Lenkrad festhalten und Spur halten.
      Denn meist ist das Tier nicht allein unterwegs – es können weitere folgen.

Nach dem Unfall: Polizei verständigen, Tier nicht anfassen

Lässt sich ein Zusammenstoß nicht vermeiden, sollte man an sicherer Stelle anhalten, Warnblinkanlage einschalten, Warnweste anziehen und die Unfallstelle absichern. Danach gilt: Polizei verständigen – auch wenn das Tier geflüchtet ist. „Verletzte Tiere dürfen keinesfalls berührt werden“, warnt ÖAMTC-Jurist Martin Hoffer. Und: Wer ein totes oder verletztes Wildtier mitnimmt, macht sich wegen Diebstahls strafbar.

Rechtlich heikle Situationen

Laut Straßenverkehrsordnung darf ohne zwingenden Grund nicht abrupt gebremst werden.
Bei größeren Tieren wie Rehen oder Wildschweinen gilt eine Vollbremsung als gerechtfertigt – bei kleinen Tieren wie Hasen oder Igeln aber nicht unbedingt. Kommt es durch ein abruptes Bremsen zu einem Auffahrunfall, kann dem Bremsenden ein Mitverschulden treffen.

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