Österreich steuert auf drittes Rekordpleitenjahr in Folge zu
Österreich steuert auf das dritte Rekordjahr an Firmeninsolvenzen in Folge zu: In den ersten neun Monaten 2025 wurden bereits 3.163 Verfahren eröffnet. Besonders betroffen sind Handel, Bau und Gastronomie.
Das dritte Jahr einer Rezession, die wiederum steigende Inflation und damit verbundene Auftragseinbrüche in der Industrie führten zu angekündigten Kündigungswellen in fast allen Branchen. „Es ist daher nicht verwunderlich, dass diese wirtschaftlichen Rahmenbedingungen die angespannte Situation im Bereich der Firmeninsolvenzen prolongieren. Österreich steuert weiterhin auf das dritte Rekordpleitenjahr in Folge zu, nachdem die 3.163 in den ersten 3 Quartalen 2025 eröffneten Firmeninsolvenzen um 3,20 % sogar den Vergleichswert des Vorjahres übertreffen“, berichtet Alpenländische Kreditorenverband (AKV) in einer aktuellen Aussendung.
Durschnittlich 351 Firmeninsolvenzen im Monat
Die eröffneten Firmeninsolvenzen liegen über den Werten der Jahre der Finanzkrise 2007/2008. Sogar gegenüber dem Rekordpleitenjahr 2024 haben in den ersten 9 Monaten des Jahres 2025 die eröffneten Firmeninsolvenzen um 3,20 % auf 3.163 Verfahren zugenommen. „Dies bedeutet, dass im Monatsdurchschnitt 351 Firmeninsolvenzen eröffnet wurden und wöchentlich 81 Unternehmen in Österreich insolvent wurden“, berichtet der AKV.
Diese Branche verzeichnete die meisten Insolvenzen
Nach dem wirtschaftlichen Zusammenbruch mehrerer Immobilienkonzerne waren 9 der 10 nach Passiva größten insolventen Unternehmen allesamt in der Immobilienentwicklung tätig, 8 davon sind der SIGNA-Unternehmensgruppe zuzuordnen. „Die Gesamtverbindlichkeiten der eröffneten Firmeninsolvenzen betragen in den ersten 3 Quartalen des Jahres 2025 wiederum unglaubliche 9,51 Mrd. Euro“, weiß der AKV. Auffallend und gravierend sei das Auseinanderklaffen zwischen angemeldeten und anerkannten Insolvenzforderungen, vor allem in den SIGNA Insolvenzen, heißt es weiter. Rund 4,45 Mrd. Euro der Passiva seien dabei der Branche „Grundstücks- und Wohnungswesen“ zuzuordnen. Die meisten Insolvenzen hatte jedoch der Handel mit 774 Fällen zu verzeichnen, gefolgt von der Baubranche (673) und der Gastronomie (516). Die durch Insolvenzeröffnungen gefährdeten Arbeitsplätze haben um ein Viertel (-23,87 %) abgenommen und zum Zeitpunkt der Insolvenzeröffnungen waren 10.784 noch beschäftigte Dienstnehmer betroffen.