Erhöhung „unter“ Inflation: „Pensionssystem ist kein Sparbuch“
Die Pensionserhöhung in Österreich sorgt seit Wochen für hitzige Debatten - sowohl in der Politik als auch am Stammtisch. Kritik hagelt es vor allem von der FPÖ, die Regierung steht geeint dahinter.
Die Pensionen werden im kommenden Jahr mit 1. Jänner 2026 wieder erhöht, bei rund 71 Prozent – so laut Regierungsinformationen – wird dabei auch die volle Inflation abgegolten. Bekommt man aber mehr als 2.500 Euro brutto (rund 2.070 Euro netto), gibt es „nur“ einen Fixbetrag von 67,50 Euro plus aufs Konto. Das ist jener Wert, der bei 2.500 Euro brutto einer Erhöhung von 2,7 Prozent (also der Inflationsabgeltung) entspricht. Bei den Pensionen, die darüber liegen, wird die Inflation also nicht voll abgegolten. Nun wurde diese Erhöhung im Nationalrat beschlossen. Was das konkret am Konto bedeutet, erfahrt ihr hier: Pensionserhöhung 2026: Neue Tabelle zeigt, wie viel mehr du bekommst.
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FPÖ spricht von „Pensionsraub“
Während die FPÖ in einer Aussendung etwa von „Pensionsraub“ spricht und davon, dass man die Senioren im Stich lassen würde, steht die Regierung geeint hinter der Regelung für kommendes Jahr. So erklärt etwa NEOS-Klubobmann Yannick Shetty, dass in den vergangenen zehn Jahren die Pensionen stets über der Inflation erhöht worden seien: „Das hat das System massiv belastet. Damit ist jetzt Schluss.“ Er spricht außerdem von einer „treffsicheren Einigung“, die „kein weiteres Loch in das Pensionsbudget“ reißen würde. Als ebenso wichtig bezeichnet er die „Stopptafel bei den Luxuspensionen“. Shetty dazu: „Die Summen, die hier in den vergangenen Jahren ausbezahlt wurden, hatten nichts mehr mit Leistung oder Augenmaß zu tun.“
NEOS: „Geht nicht um Jung gegen Alt…“
Shetty erklärt auch, dass das österreichische Pensionssytem kein Sparbuch sei: „Die Idee, dass man, solange man arbeitet, einzahlt und dieses Geld später wiederbekommt, ist ein Trugschluss. So funktioniert das System nicht.“ Zudem meint er, es gehe nicht um „Jung gegen Alt, es geht nicht um Kürzungen, es geht um Ehrlichkeit und Fairness.“
SPÖ: „Fantasien von Nullerrunde für Pensionisten haben wir verhindert“
SPÖ-Sozialsprecher Josef Muchitsch legt konkrete Zahlen auf den Tisch. So würde man „trotz des größten Spardrucks in der Geschichte der Zweiten Republik“ die Pensionen um 1,73 Milliarden Euro erhöhen, wobei mehr als 70 Prozent der insgesamt 2,3 Millionen Pensionisten in der gesetzlichen Pensionsversicherung die volle Anpassung von 2,7 Prozent erhalten würden. Und jene, die mehr als 2.500 Euro brutto bekommen, würden immer noch 945 Euro im Jahr mehr erhalten. „Die Fantasien von einer Nullerrunde für Pensionisten oder einer Deckelung von maximal zwei Prozent haben wir verhindert. Wir haben versprochen, niedrige und mittlere Pensionen voll zu erhöhen und dieses Versprechen haben wir gehalten“, so Muchitsch.
ÖVP: „Wir stehen zu unseren Senioren“
Für ÖVP-Klubobmann und Sozialsprecher August Wöginger sei die Aufregung um die Pensionsanpassung „nicht nachvollziehbar“. Er spricht von einer „sozial ausgewogenen und gerechten Lösung, die in Zeiten wie diesen vertretbar“ sei. „Wir wollen unsere Pensionisten unterstützen und stehen zu unseren Senioren, die dieses Land aufgebaut haben“, so Wöginger abschließend.
Meinungen zur Pensionserhöhung gehen auseinander
Die Meinung zur teils verminderten Pensionserhöhung zeigt sich in Österreich übrigens gespalten. Während einige die Notwendigkeit sehen, ist es für andere nicht verständlich. Alle Informationen dazu auch hier: Kürzung der Pensionserhöhung spaltet Österreicher: „Das stört mich…“. Die Pensionserhöhung ist übrigens nicht das einzige, was für Österreichs Älteste mit dem neuen Jahr ansteht. Wir haben für euch alle Maßnahmen hier zusammengefasst: Pensionen in Österreich: Kürzungen, Reformen und was noch so geplant ist.