„Überwältigende Mehrheit“: Das sagen Österreicher zur Sonntagsöffnung
Immer wieder wird sie aufgebracht, immer wieder wird sie auch von so manchem Geschäftstreibenden gefordert. Die Rede ist von der Sonntagsöffnung. Was aber halten die Österreicher davon? Eine Umfrage zeigt das.
Am Sonntag einkaufen? Was bei Österreichs Nachbarn in Ungarn Normalität ist, ist hierzulande fast undenkbar. Nur einige wenige Geschäfte haben an Sonn- und Feiertagen geöffnet. Diskussionen und Forderungen dazu flammen aber immer wieder auf. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts IFES im Auftrag der Gewerkschaft GPA zeigt nun jedoch, was die Österreicher vom Einkaufen am Sonntag halten. Und die Stimmung geht dabei klar in eine Richtung.
Österreicher mit Öffnungszeiten „sehr zufrieden“
„Entgegen der Meinung einiger Wirtschaftsvertreter sind die Österreicher mit den aktuellen Öffnungszeiten sehr zufrieden“, erklärt Barbara Teiber, Vorsitzende der GPA. Die Umfrage habe nämlich ergeben, dass sich eine „überwältigende Mehrheit“ von 75 Prozent gegen eine Sonntagsöffnung im Handel ausgesprochen hätte. Obwohl sich Unterschiede je nach Wohnort und Alter zeigen würden, gebe es doch in keiner Gruppe eine Mehrheit für die Sonntagsöffnung.
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Jedem 20. „sehr wichtig“, am Sonntag einkaufen gehen zu können
Einer kürzlich durchgeführten Befragung der Uni Linz, wonach 60 Prozent der Befragten in Wien ab und zu an Sonntagen einkaufen gehen würden, hat Teiber damals schon entgegengehalten, dass sich in einer Umfrage im Jahr 2020 insgesamt 71 Prozent der Wiener für einen freien Sonntag im Handel ausgesprochen hätten. Und auch jetzt sei die Sachlage klar: „Auch in größeren Städten sind über acht von zehn Befragten mit der Situation zufrieden“, weiß Teiber. Was die Umfrage übrigens außerdem zeigt: Nur jedem 20. ist es „sehr wichtig“, am Sonntag einkaufen gehen zu können.
GPA will jetzt Betroffene befragen
Die anhaltende Forderung nach Sonntagsarbeit würde auch „reale Unsicherheit“ für die Betroffenen im Handel bedeuten. Etwa durch die fehlenden Angebote zur Kinderbetreuung, arbeiten im Handel doch zu 70 Prozent Frauen, so Teiber. In den kommenden Wochen wolle man sich daher mit den direkt Betroffenen austauschen und „auch hier eine österreichweite Befragung durchführen“, erklärt die GPA-Vorsitzende abschließend.