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Foto in Beitrag von 5min.at: Zu sehen ist das Schild bzw. die Tafel vorm AMS in Villach.
Mit Jänner 2026 dürfen Arbeitslose keinem Nebenjob mehr nachgehen.

AMS-Änderung beim Zuverdienst: „Entweder geht man arbeiten oder…“

Bislang dürfen Arbeitslose in Österreich neben dem Arbeitslosengeld noch einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen. Damit ist in den meisten Fällen mit Jänner 2026 Schluss. Wir haben uns umgehört, was die Menschen davon halten.

von Phillip Plattner Phillip Plattner Online-Redakteur Kärnten Steiermark
2 Minuten Lesezeit(447 Wörter)
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Mit 1. Jänner 2026 wird es in Österreich eine große Änderung für Arbeitslose geben, die beim AMS gemeldet sind und Arbeitslosengeld beziehen. Für die meisten von ihnen bedeutet das dann auch, dass sie daneben keinen Nebenjob – auch nicht unterhalb der Geringfügigkeitsgrenze – mehr ausüben dürfen. Ausnahmen gibt es etwa für Langzeitarbeitslose und ältere Arbeitslose. Die Regierung erhofft sich durch die neue Regelung, mehr Menschen schneller wieder ins Arbeitsleben zurückzubringen. Alle Informationen dazu findet ihr unter anderem hier: Neu bei AMS und Pensionen: Wie es um den Zuverdienst 2026 bestellt ist.

Wer trotz neuer Regelung beim AMS weiterhin geringfügig arbeiten darf:

  • Personen, die mindestens 26 Wochen (ein halbes Jahr) lang neben ihrem vollversicherten Job einen geringfügigen Nebenjob hatten und diesen danach weiterführen.
  • Personen, die seit mindestens 365 Tagen schon Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe bekommen haben, dürfen maximal 26 Wochen lang einem geringfügigen Job nachgehen.
  • Langzeitarbeitslose Personen, die älter als 50 Jahre alt sind oder einen Behindertenstatus haben, können ohne Beschränkung einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen.
  • Kommt man nach Krankheit oder Reha (mindestens 52 Wochen lang) wieder zurück ins Arbeitsleben, darf man für maximal 26 Wochen geringfügig arbeiten.

„Es soll bedingt möglich sein“

Wir haben uns nun auf der Straße umgehört, was die Menschen von dieser Änderung halten. Die Meinungen dazu sind teilweise gespalten. So meint ein Mann etwa, dass er wisse, wie schwer es sei, wenn man ein ganzes Leben lang arbeitet und dann plötzlich arbeitslos ist: „Ich würde es eigentlich befürworten, wenn sie noch etwas dazuverdienen könnten.“ Unendlich viel soll es nicht sein, aber „es soll bedingt möglich sein“. Eine Frau findet, dass man hierbei differenzieren müsse. „Es kommt drauf an, wie viel Arbeitslosengeld sie beziehen. Wenn sie relativ gut beziehen, dann sollten sie keinen Nebenjob haben, wenn sie ganz wenig beziehen, dann sollten sei einen Nebenjob haben können.“

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„Arbeitslosengeld muss zum Leben ausreichen“

Ein weiterer Mann erklärt gegenüber 5 Minuten, dass das Arbeitslosengeld zum Leben ausreichen sollte, wenn man es beziehen muss. „Dann braucht man keinen zweiten Job. Wenn das nicht ausreicht um Leben, muss Vater Staat was machen“, meint er. Generell findet er aber auch, dass man entweder arbeitslos sei oder arbeiten gehe. Arbeitslosengeld zu beziehen und gleichzeitig dazuzuverdienen sei „nicht in Ordnung“, findet er. Aber: Das Geld müsse eben zum Leben ausreichen. In diesem Fall brauche es dann für ihn auch keine Ausnahmen, weil: „Ausnahmen machen nur mehr Menschen arbeitslos und bringen Konflikte.“ Auf die Frage hin, ob er glaubt, dass dadurch – wie von der Regierung geplant – mehr Arbeitslose wieder in Richtung Vollzeitarbeit gelenkt werden, spricht er noch ein großes Problem an: „Es geht beim Arbeitslosen nicht darum, dass er einen Vollzeitjob nimmt, er muss erst einen bekommen.“

„Entweder geht man arbeiten oder man bezieht Sozialhilfe“

Eine Frau bläst da in ein ähnliches Horn und findet: „Entweder geht man arbeiten oder man bezieht Sozialhilfe.“ Beides zu machen und zu bekommen sei nicht in Ordnung. Und weiter: „Die Leute, die Arbeitslosengeld beziehen, sollen nicht arbeiten. Wenn sie arbeiten, brauchen sie kein Arbeitslosengeld.“ Sie hoffe, dass es sich Arbeitslose durch diese neue Regelung „wieder überlegen, ins Berufsleben zurückzukehren“.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 20.10.2025 um 14:10 Uhr aktualisiert
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