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Eine Idee mit großer Wirkung: Aus einem Schulprojekt wurde eine echte Lebensrettung.

Maturantinnen aus Güssing retten Leben – Schulprojekt wird zum Wunder

Zwei Maturantinnen aus Güssing wollten mit ihrer Diplomarbeit nur etwas Gutes tun. Doch was dann geschah, hätte niemand erwartet: Mit ihrer Aktion wurde Viviana zur Lebensretterin für einen schwerkranken Mann aus Frankreich.

von Julia Waldhauser Teamfoto von 5min.at: Julia Waldhauser ist für die Online-Redaktion Graz tätig.
2 Minuten Lesezeit(333 Wörter)

Anfangs war es nur eine Idee: Lara Kobold und Alina Wiesner von der ecole Güssing wollten für ihre Diplomarbeit ein Projekt umsetzen, das Sinn stiftet. Eine Typisierungsaktion sollte Menschen dazu ermutigen, sich als potenzielle Stammzellenspender registrieren zu lassen. Gemeinsam mit „Geben für Leben“ organisierten sie die Aktion, in der Hoffnung, irgendwo auf der Welt einem Menschen eine zweite Lebenschance zu schenken. Am 9. November 2024 war es dann so weit: In der Aula der Schule wurde sich fleißig registriert und typisiert. Niemand ahnte, dass an diesem Tag ein kleines Wunder beginnen würde.

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Lara Kobold und Alina Wiesner organisierten im Rahmen ihrer Diplomarbeit die Typisierungsaktion an der ecole Güssing.

Was ist eine Diplomarbeit ?

Eine Diplomarbeit ist der Abschluss eines fünfjährigen Bildungsgangs an einer Höheren Schule (z. B. HAK, HTL oder HLW). Sie ersetzt die frühere „Projektarbeit“ und wird meist im letzten Schuljahr verfasst. Die Schüler bearbeiten dabei ein praxisnahes Thema, oft in Zusammenarbeit mit Betrieben, Organisationen oder Institutionen. Ziel ist es, Fachwissen mit praktischer Umsetzung zu verbinden, also zu zeigen, was man gelernt hat und wie man es im echten Leben anwenden kann. Die Diplomarbeit besteht aus einem theoretischen Teil (schriftliche Arbeit) und einem praktischen Teil, der häufig ein Projekt oder eine Aktion ist, wie in diesem Fall die Typisierungsaktion an der ecole Güssing.

Aus einer Idee wurde ein Wunder

Unter den vielen Teilnehmern war auch die 21-jährige Viviana Glatz aus Loipersdorf im Burgenland. Sie war einfach aus Kollegialität dabei, ohne zu ahnen, dass genau sie bald eine zentrale Rolle spielen würde. Ein halbes Jahr später kam der Anruf: Viviana ist der genetische Zwilling eines schwerkranken Mannes aus Frankreich. Die Wahrscheinlichkeit, dass das passiert, liegt bei 1 zu 500.000.

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Viviana Glatz aus Loipersdorf spendete ihre Stammzellen und schenkte damit einem Mann in Frankreich eine zweite Lebenschance.

Fünf Stunden, die ein Leben verändern

Am 22. September 2025 ging es dann für Viviana ins LKH Graz in die Blutbank. Dort spendete die Burgenländerin ihre Stammzellen. Fünf Stunden lang floss das Leben von ihr zu einem Menschen, den sie nie getroffen hat, aber mit dem sie nun für immer verbunden ist. „Ich habe das gerne gemacht“, sagte sie bescheiden bei der Urkundenübergabe.

„Sind stolz auf unsere Schülerinnen und ihre beeindruckende Leistung“

Für Lara und Alina ist ihre Diplomarbeit längst mehr als ein Schulprojekt. Dass durch ihre Aktion tatsächlich ein Leben gerettet wurde, erfüllt sie mit Stolz und zeigt eindrucksvoll, wie Schule weit über den Unterricht hinaus wirken kann. Auch die Schulleitung ist tief bewegt. Direktorin Karin Schneemann und Klassenvorständin Madeleine Klepeisz betonen: „Dieses Projekt zeigt, wie engagierte Schülerinnen durch Verantwortungsbewusstsein einen echten gesellschaftlichen Beitrag leisten können. Wir sind stolz auf unsere Schülerinnen und ihre beeindruckende Leistung.“

Die nächsten Typisierungsaktionen im Burgenland sind am:

  • 18. November 2025 von 9 bis 15 Uhr in der Klinik Oberwart und am
  • 12. Dezember 2025 von 9 bis 12 Uhr in der Montecuccoli Kaserne in Güssing.
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