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Symbolfoto zu einem Beitrag von 5min.at: Eine Pflegerin hält die Hand einer alten Frau
Die neue Schwerarbeiterregelung soll Pflegekräften helfen, doch viele fallen durch das Raster. Besonders Teilzeitkräfte und Frauen könnten leer ausgehen, warnt der ÖGKV.

Pflegeberufe gelten ab 2026 als Schwerarbeit – Verband übt jedoch Kritik

Ab Jänner 2026 gelten Pflegeberufe offiziell als Schwerarbeit. Der ÖGKV sieht die neue Regelung als wichtigen Schritt, kritisiert aber Lücken. Vor allem für Teilzeitkräfte und Frauen, die kaum profitieren werden.

von Julia Waldhauser Teamfoto von 5min.at: Julia Waldhauser ist für die Online-Redaktion Graz tätig.
2 Minuten Lesezeit(423 Wörter)
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Die neue Schwerarbeiterregelung für Pflegekräfte sorgt für Diskussionen. ÖGKV-Präsidentin Elisabeth Potzmann bezeichnete die Verordnung im Gespräch mit der APA als „guten Schritt“. Dennoch sieht sie nach wie vor Zugangshürden, besonders für Teilzeitkräfte. Denn um Anspruch auf die Regelung zu haben, müssen Pflegekräfte zwölf Dienste pro Monat leisten. Eine Hürde, die viele Teilzeitbeschäftigte in der Praxis nicht schaffen. „Mit Teilzeit kommt man kaum in die Schwerarbeiterregelung rein“, so Potzmann. Auch wenn die Vorgabe von 15 auf zwölf Dienste gesenkt wurde, komme man in Teilzeit meist nur auf sieben bis acht Dienste.

Foto auf 5min.at zeigt Elisabeth Potzmann
©Fotoatelier Schörg
ÖGKV-Präsidentin Elisabeth Potzmann fordert fairere Bedingungen für Teilzeitkräfte in der Pflege.

Regelung über Stunden wäre fairer

Der ÖGKV hätte sich eine flexiblere Lösung gewünscht. „Eine Regelung über Stunden wäre viel fairer gewesen“, betonte Potzmann gegenüber der APA. Der Verband forderte, 120 Stunden pro Monat als Voraussetzung festzulegen. Damit könnten auch Personen mit 75-Prozent-Beschäftigung unter die Regelung fallen. Zwar gilt, dass schon ab 50 Prozent Teilzeit ein Anspruch bestehen kann, aber auch hier scheitert es an der Zahl der Dienste. „Außer man macht kurze Dienste, das ist aber unüblich“, erklärte die Präsidentin.

45 Jahre Beschäftigung als hohe Hürde

Ein weiteres Problem sieht Potzmann in der langen Beschäftigungsdauer: Wer nach der Matura die Ausbildung zur diplomierten Pflegekraft beginnt, erreicht mit 45 Arbeitsjahren ohnehin das Regelpensionsalter. „Es profitieren nur die, die schon in Arbeit sind beziehungsweise jene, die nicht im gehobenen Dienst sind“, so Potzmann weiter im Gespräch mit der APA. Das betrifft vor allem Pflegeassistenzen, die kürzere Ausbildungszeiten haben.

Männer profitieren stärker

Die neue Regelung könnte laut Potzmann vor allem Männern zugutekommen. Es habe keine „geschlechtsspezifische Folgenabschätzung“ gegeben. Die Bedingung, dass in den letzten 20 Jahren zehn Jahre Schwerarbeit geleistet werden müssen, komme Männern entgegen. Frauen seien durch Care-Arbeit in der Familie häufiger in Teilzeit tätig und daher benachteiligt. „Das Modell bevorzugt Männer“, kritisierte die ÖGKV-Präsidentin.

Arbeitsbedingungen statt Hürden

Statt komplizierter Regelungen brauche es laut Potzmann vor allem bessere Arbeitsbedingungen. „Es liegt an der Belastung – Schichtarbeit ist ja auch eine Voraussetzung für Schwerarbeiter.“ Notwendig seien altersgerechte Arbeitszeitmodelle, etwa kürzere Arbeitszeiten oder keine Nachtdienste mehr ab einem gewissen Alter. „Dann kann man Vollzeit arbeiten“, so Potzmann gegenüber der APA. Gerade bei jüngeren Pflegekräften spiele auch das Thema Kinderbetreuung eine wichtige Rolle. Flexiblere Arbeitszeiten könnten hier helfen, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern.

Inkrafttreten mit Jänner 2026

Die Bundesregierung hatte die Ausweitung der Schwerarbeiterregelung bereits im Frühjahr angekündigt und vor rund zwei Wochen per Verordnung beschlossen. Ab 1. Jänner 2026 gelten Pflegeberufe offiziell als Schwerarbeit. Betroffen sind diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen, Pflegefachassistenz sowie Pflegeassistenz.

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