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Symbolfoto zu einem Beitrag von 5min.at: Eine Operation
In Österreich muss man wochenlang auf OP-Termine warten.

OP-Termine: So lange müssen Österreicher derzeit warten

Man hat Schmerzen und muss operiert werden, doch dann heißt es warten. Wer eine OP braucht, muss oft wochenlang auf den Eingriff warten, das zeigt eine aktuelle Studie.

von Stella Sabitzer Das Bild auf 5min.at zeigt die Online-Redakteurin Stella Sabitzer von 5 Minuten Österreich.
2 Minuten Lesezeit(361 Wörter)

Das Thema Gesundheit sorgt in Österreich immer wieder für Diskussionen, vor allem, wenn es um Wartezeiten auf Termine bei Ärzten geht. Jetzt zeigt auch eine neue österreichweite OP-Wartezeiten-Studie von krankenversichern.at die aktuelle Lage auf.

Lange Wartezeiten für Operationstermine

Wenn Patienten einen Operationstermin brauchen, heißt es Geduld haben: Denn in sieben von zehn Fachbereichen sind mehr als 16 Wochen einzuplanen. Grundlage dieser Erkenntnis sind 525 Terminrückmeldungen aus öffentlichen Ambulanzen, die zwischen Ende September und Anfang November 2025 erhoben wurden.

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Wartezeiten über vier Monate

Wie lange man warten muss, hängt natürlich davon ab, welcher Eingriff erforderlich ist. Am schlimmsten ist die Wartezeit für Knie- oder HNO-Eingriffe. Dort sind es rund 30 Wochen. Bei Operationen an der Hand sind rund neun Wochen einzuplanen – im Vergleich zu den Knie-Operationen ist das schnell. Aber auch bei Hüft-Operationen (27 Wochen), Urologie (22 Wochen) und Augenoperationen (21 Wochen) liegt die Wartezeit deutlich über vier Monaten. Auch in den Bereichen Innere Medizin und Gynäkologie heißt es durchschnittlich 19 Wochen warten.

Das Bild auf 5min.at zeigt eine Grafik der OP-Wartezeiten in Österreich.
©krankenversichern.at/AVERS Versicherungsmarkler GmbH
In Österreich muss man wochenlang auf OP-Termine warten.

Warum muss man lange auf OP-Termine warten?

Aber woran liegt das? Das ist auf begrenzte OP-Kapazitäten und den Personalmangel zurückzuführen. Es fehlt schlichtweg an qualifiziertem Fachpersonal, dadurch sind Operationssäle nicht voll ausgelastet, Betten müssen gesperrt werden und planbare Eingriffe verzögern sich. Auch die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie sind noch deutlich spürbar: Eingriffe und Untersuchungen, die teilweise nicht durchgeführt werden konnten, verstärken den Druck auf das System. Zudem sorgt der Bevölkerungs- und Alterszuwachs für eine höhere Versorgungsnachfrage, während die Kapazitäten nur begrenzt ausgebaut werden konnten.

Lange Wartezeiten kein Einzelfall

Die Ergebnisse zeigen: Auch im stationären Bereich sind lange Wartezeiten längst kein Einzelfall mehr. „Sie weisen auf ein strukturelles Problem im österreichischen Gesundheitssystem hin“, heißt es in einer Aussendung von krankenversichern.at. „Die Ergebnisse zeigen, dass lange Wartezeiten längst kein Ausnahmefall mehr sind. Viele Patient:innen weichen daher ins private System aus – wo Behandlungen aber oft deutlich teurer sind. Eine private Krankenversicherung kann hier im Bedarfsfall helfen, schneller und finanziell abgesichert behandelt zu werden“, fasst Sebastian Arthofer, COO von krankenversichern.at, zusammen.

Methodik der Studie: OP-Wartezeiten in Österreich 2025

  • Erhebungszeitraum: 29. September bis 7. November 2025
  • Grundlage: 525 abgeschlossene Terminanfragen mit konkreten Rückmeldungen aus öffentlichen Spitalsambulanzen
  • Untersuchte Bereiche: 10 Kategorien – 6 Fachrichtungen + 4 häufige Eingriffskategorien (vorrangig Orthopädie)
  • Verteilung: Fälle nach Bevölkerungsanteil der Bundesländer
  • Berechnung: Median zur Ermittlung zentraler Wartezeiten (Ausreißer ausgeglichen)
  • Genauigkeit: 95 %-Konfidenzintervall ± 0,9 Wochen
Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 13.11.2025 um 10:21 Uhr aktualisiert
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