Jetzt spricht Mahrer: „Ich will mich selbst im Spiegel sehen können“
Nach Tagen der Spekulation ist es offiziell: Harald Mahrer tritt als WKO-Präsident und Wirtschaftsbund-Chef zurück. Er kündigte einen geordneten Übergang an und spricht über persönliche Gründe.
Nach Spekulationen ist es nun offiziell bestätigt: Harald Mahrer verlässt die Wirtschafts-kammer Österreich (WKO). Der ÖVP-Politiker bestätigte in einem kurzen Video seinen Rücktritt als Präsident der WKO und als Vorstand des Wirtschaftsbundes. Laut Mahrer soll ein geordneter Übergang sichergestellt werden, damit die Kammer handlungsfähig bleibt. 342.000 Euro im Jahr – mehr als der Kanzler hatte Mahrer verdient. Während viele sparen müssen, verteidigte er seinen Lohn als „gerechtfertigt“. Diese Aussagen brachten das Image-Debakel vermutlich ins Rollen. Vorgesehene Gehaltsanhebungen in der WKÖ lagen mit 4,2 Prozent deutlich über der Inflationsrate . und das, obwohl die Wirtschaftskammer in allen Kollektiv-vertragsverhandlungen stets auf moderate Lohnerhöhungen gedrängt hatte. Nun ist Mahrer zurückgetreten.
Rücktritt offiziell bestätigt
In seiner Stellungnahme betonte Mahrer, dass er die Entscheidung aus persönlichen Gründen treffe. „Ich will mich selbst im Spiegel sehen können“, sagte er. Damit macht er deutlich, dass der Rückzug nicht nur politisch motiviert ist, sondern auch auf innere Überzeugungen und Prinzipien zurückgeht.
Enttäuschung und künftige Pläne
Konkrete Details zu Enttäuschungen oder Konflikten innerhalb der WKO nannte Mahrer nicht. Experten sehen die Entscheidung als Signal für einen möglichen Richtungswechsel in der Kammer. Übernehmen dürfte nun nach ersten Informationen Martha Schultz – die aktuelle Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer in Tirol. Mahrer übt unter anderem das Amt des Präsident des Generalrates der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) aus.
Ein Umbruch für die Wirtschaftskammer
Mit dem Rücktritt des Präsidenten steht die WKO vor einer Übergangsphase. Beobachter erwarten, dass die Organisation nun strategische Entscheidungen über ihre zukünftige Ausrichtung treffen muss. Für die Mitglieder der Kammer könnte sich dadurch einiges ändern – von der Vertretung politischer Interessen bis zu internen Reformen.