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Foto in Beitrag von 5min.at zeigt die Grazer Influencerin in schwarz-weiß.
Die Leiche von Stefanie P. wurde am Samstag in Slowenien gefunden

Tatverdächtiger Ex bricht zusammen: „Ich habe sie doch geliebt“

Die Wiener Strafverteidigerin Astrid Wagner spricht über das Geständnis ihres Mandanten Patrick M. im Mordfall Stefanie P. und betont: „Er ist kein Monster, der Mord war nicht geplant.“

von Andrea Lautmann
3 Minuten Lesezeit(684 Wörter)

„Ich habe heute erstmals meinen Mandanten Patrick M. in der Justizanstalt Graz-Jakomini besucht. Ich habe noch keine Akteneinsicht, aber aus meiner Sicht war es eine Handlung im Affekt und kein geplanter Mord“, verriet Strafverteidigerin Astrid Wagner im Gespräch mit 5 Minuten. Astrid Wagner vertrat als Expertin schon Straftäter wie Josef Fritzl oder auch Jack Unterweger vor Gericht. Jetzt ist sie die Strafverteidigerin von Patrick M., der mutmaßliche Mörder von Stefanie P. Am Montag, den 1. Dezember 2025 sagte ihr Mandant vor dem Untersuchungsrichter aus .

„Mein Mandant ist kein eiskalter Killer“

„Mein Mandant ist fix und fertig. Es gibt immer Gründe und Ursachen, weshalb es so gekommen ist. Er ist kein eiskalter Killer“, erklärt Wagner. „Oft bricht so eine Tragödie in ein völlig normales Leben hinein. Das kann durchaus passieren. Niemand wird zum Mörder geboren.“ Im Vorfeld habe es ein Polizeiverhör gegeben, bei dem Patrick M. ein umfassendes Geständnis abgelegt habe. Eine Anklage werde frühestens im Sommer erwartet, so Wagner.

„Ob er sie erwürgt hat, ist noch unklar, auch ein Messer war im Spiel“

Zum weiteren Ablauf des Strafverfahrens verriet Wagner: „Nach der Festnahme wurde die Untersuchungshaft verhängt. Es folgen jetzt mehrere Gutachten: Medizinisch, toxikologisch und psychologisch. Sein Geständnis liegt vor. Er meint, es sei alles aus dem Ruder gelaufen. Es war auch ein Messer im Spiel, ob das Opfer oder er es gezogen hat, ist noch unklar, aber fest steht: Er hat sie gewürgt. Ob er sie auch erwürgt hat ist noch nicht bewiesen. Wie Stefanie P. genau starb, klären Gutachten nach der Obduktion. Einen Tod durch Erwürgen lässt sich daher aktuell nicht sicher bestätigen.

„On-Off-Beziehung mit sehr vielen Emotionen“

War es Eifersucht? Gab es Geldsorgen? „Ja, es war eine On-Off-Beziehung mit sehr vielen Emotionen. Mehr wissen wir noch nicht. Fakt ist: Mein Mandant fühlt sich sehr schuldig und ist suizidgefährdet. Er wird in U-Haft bewacht. Sein Zusammenbruch ist aus meiner Sicht völlig menschlich.“ Patrick M. „heult sich die Augen aus dem Kopf.“

„Jeder kann zum Mörder werden“

„Er ist kein Monster, wie ihn die Medien darstellen. Er hat den Mord nicht eiskalt geplant. Das ist ein sehr komplexer Fall, der erst nach den Gutachten vollständig verstanden werden kann“, so Wagner abschließend. Ihr Mandant Patrick M. sei „völlig gebrochen“ und bezeichnet sich selbst auch so. Er beteuert wiederholt: „Ich wollte das nicht tun, ich habe sie doch geliebt.“ Wagner ist sich sicher „Jeder kann zum Mörder werden.“

„Ich habe Stefi umgebracht!“

Patrick M., 31 Jahre alt, soll mutmaßlich die Grazer Influencerin Stefanie P. am Morgen des 23. November in ihrer Wohnung getötet haben. Die junge Frau galt fast eine Woche als vermisst, bis ihr Ex-Freund ein schreckliches Geständnis bei der Polizei ablegte: „Ich habe Stefi umgebracht! Ich war’s“, sagte Patrick M. laut Polizei. Die Tat soll nach einem Eifersuchtsstreit passiert sein, kurz nachdem Stefanie von einer Party heimgekehrt war. Nach der Tat soll er Stefanies Leiche in einen Koffer gepackt und in ein Waldstück nach Slowenien gebracht haben, wo die slowenische Polizei die sterblichen Überreste am vergangenen Wochenende fand. Ihr Ex-Freund sitzt seit 1. Dezember in U-Haft.

Mord an Stefanie P. ist heuer schon der 15 Femizid

Der Mord an Grazerin Stefanie P. ist heuer schon der 15. Femizid. Tragischerweise ereignete er sich ausgerechnet mitten in den „16 Tagen gegen Gewalt an Frauen“ – eine Initiative, in Zuge dessen Österreich eigentlich besonders aufrütteln und sensibilisieren will. Die offiziellen Zahlen zeichnen ein dramatisches Bild: 2025 wurden bereits 15 Femizide und 25 Fälle schwerer Gewalt gegen Frauen registriert, fast alle im familiären oder partnerschaftlichen Umfeld. Experten warnen seit Jahren, dass viele Betroffene körperliche und sexuelle Gewalt, Stalking oder Belästigung erleben – oft lange, bevor es zu tödlichen Eskalationen kommt. Jeder einzelne Vorfall zeigt, wie dringend Opferschutz, Prävention und gesellschaftliches Bewusstsein gestärkt werden müssen. Gewalt gegen Frauen ist allgegenwärtig und muss ein Ende haben. Es gilt trotz Geständnis bis zu Verurteilung die Unschuldsvermutung.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 01.12.2025 um 19:20 Uhr aktualisiert
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