Obduktion bestätigt: Stefanie P. wurde von Ex-Freund erwürgt
Das Obduktionsergebnis im Fall der getöteten Grazer Influencerin Stefanie P. liegt vor: Die 32-Jährige wurde erwürgt. Ihr Ex-Freund hat die Tat gestanden, doch viele Fragen, auch zur Rolle seiner Angehörigen, bleiben offen.
Die Ermittlungen im Fall der in Graz getöteten Influencerin Stefanie P. kommen einen entscheidenden Schritt voran. Nach Tagen der Ungewissheit liegt der Staatsanwaltschaft nun das mündliche Obduktionsergebnis vor, der schriftlich Bericht wird für die kommenden Tage erwartet, bestätigt Chefinspektor Fritz Grundnig im Gespräch mit 5 Minuten. Es bestätigt, was viele befürchtet hatten: Die 32-Jährige starb durch massive Gewalt am Hals, sie wurde erwürgt. Die Leiche der jungen Frau, die am vergangenen Sonntag getötet und anschließend in einem Koffer über die Grenze nach Slowenien gebracht und in einem Waldstück vergraben worden war, befindet sich seit Dienstag an der Gerichtsmedizin Graz. Dort werden weitere Untersuchungen durchgeführt. Auch bestätigt Grundnig, dass die Ermittlungen noch lange nicht abgeschlossen sind.
Version der Verteidigung gerät ins Wanken
Der Ex-Freund der Grazerin, ein 31-jähriger gebürtiger Slowene, hat die Tötung bereits gestanden. Seine Verteidigerin Astrid Wagner hatte zuletzt von einem möglichen „Unfall“ gesprochen und sogar ein Messer als Tatwerkzeug ins Spiel gebracht. Doch das vorläufige Obduktionsergebnis widerspricht dieser Darstellung klar. Hinweise auf ein Unfallgeschehen gibt es laut Ermittlern nicht. Unklar bleibt weiterhin das Motiv. Laut Wagner habe es am Sonntagmorgen in der Wohnung der 32-Jährigen eine heftig eskalierende Auseinandersetzung gegeben. Die Influencerin soll endgültig Schluss gemacht und den Mann aus der Wohnung werfen wollen. Danach ging alles sehr schnell. Der Verdächtige soll die leblose Frau laut Ermittlungen in einen Trolley gesteckt und sie zu seinem roten VW Golf transportiert haben. Mit dem Leichnam führ er dann über die Grenze. In Slowenien vergrub er den Koffer in einem abgelegenen Waldgebiet nahe Maribor.
Bruder und Stiefvater im Fokus
Noch offen ist, welche Rolle der Bruder und der Stiefvater des Verdächtigen gespielt haben könnten. Beide wurden am Wochenende kurzzeitig festgenommen, nach dem Geständnis jedoch entlassen. Dennoch laufen die Ermittlungen gegen sie weiter. Die zentrale Frage: Waren sie lediglich nachträglich in die Beseitigung der Leiche eingebunden oder wussten sie bereits zuvor über die Tat Bescheid? Sollte sich ihre Beteiligung nur auf das Vergraben des Koffers beziehen, könnte die strafrechtliche Zuständigkeit in Slowenien liegen. In diesem Fall käme für die beiden lediglich das Delikt Störung der Totenruhe in Betracht. Die steirische Polizei und die slowenischen Behörden arbeiten eng zusammen. Weitere Obduktionsergebnisse sowie die Auswertung von Spuren und Datenträgern sollen in den kommenden Tagen Klarheit bringen.