Aktivistin Anja Windl steht erneut vor Gericht
Nachdem der Anwalt der deutschen Klimaaktivistin Anja Windl Beschwerde gegen ihr Aufenthaltsverbot eingereicht hat, wird der Fall vor dem Bundesverwaltungsgericht neu aufgerollt.
Unter regem Medieninteresse hat am Vormittag des 3. Dezember die Verhandlung rund um das zweijährige, nicht rechtskräftige, Aufenthaltsverbot gegen die deutsche Aktivistin Anja Windl begonnen. Das Gericht muss nun infolge einer Beschwerde ihres Anwalts über den umstrittenen Fall entscheiden. Die Verhandlung startete um 10 Uhr mit der Befragung von Windl.
„So fetzendeppert sind wir nicht“
Es sei für sie irritierend, dass „friedlicher Protest als sicherheitspolizeiliches Problem gewertet“ werde. „Dann wird nicht die öffentliche Ordnung gestört, sondern nur die politische Ruhe“, sagte die Studentin zu Beginn der Verhandlung. Man habe bei Blockaden zudem nie den fließenden Verkehr auf Autobahnen gestört. „So fetzendeppert sind wir nicht“, erklärte Windl.
Aktivistin wollte für Diskussionen sorgen
Auch eine Schmieraktion an der ÖVP-Parteizentrale in Wien Anfang Jänner während der Koalitionsverhandlungen war Thema. Anja Windl hatte damals die Fassade der Zentrale der Partei mit Hundekot beschmiert – Motto: „Ihr stinkt nach brauner Scheiße.“ Die Richterin fragte, warum sie den Weg der Sachbeschädigung gewählt hatte. Ihr sei es darum gegangen, aktiv eine Diskussion anzustoßen, entgegnet die Aktivistin.
Wer ist Anja Windl?
Anja Windl lebt seit Herbst 2017 in Klagenfurt. Die bayrische Studentin gilt als eines der Gesichter der Klimaschutzbewegung „Letzte Generation“. Zum Aufenthaltsverbot war es im vergangenen März nach einem mehr als zwei Jahre andauernden fremdenrechtlichen Verfahren gekommen. Das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl wirft der 28-Jährigen eine „weitreichende Störung der öffentlichen Ruhe und Ordnung“ vor.
(APA/OTS 03.12.2025)