Millionen-Insolvenz in Salzburg: Unternehmen stellt den Betrieb ein
In Salzburg ist die "Polprojekt GmbH" (vormals "VAS Energy Systems International GmbH") in die Insolvenz geschlittert. Die Passiva liegen dabei im zweistelligen Millionenbereich.
Wie der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) und der Kreditschutzverband von 1870 (KSV1870) berichten, wurde über das Vermögen der „Polprojekt GmbH“ nun ein Konkursverfahren eröffnet. Das Unternehmen mit Sitz in Wals bei Salzburg wurde im Jahr 2012 gegründet und hat sich mit der Planung, Errichtung und Wartung von feststoffbefeuerten Energieanlagen beschäftigt. Dabei hatte man sowohl private als auch industrielle und öffentliche Auftraggeber. Den Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit hatte man jedenfalls in Polen.
Aktiva und Passiva der „Polprojekt GmbH“
Von der Insolvenz sind ein Dienstnehmer und 32 Gläubiger betroffen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten beziffert das Unternehmen mit rund 3,6 Millionen Euro. Bezieht man nun auch noch mögliche Garantien gegenüber Werkbestellern ein, erhöhen sich diese auf knapp 10,8 Millionen Euro, so laut der AKV und KSV1870. Auf der Aktivseite soll das Unternehmen rund 4,1 Millionen Euro haben. „Die Werthaltigkeit und Einbringlichkeit dieser Forderungen wird im weiteren Verfahren zu prüfen sein“, erklärt der AKV.
Gründe der Insolvenz
Die Liquiditätsprobleme seien laut Antragstellerin darauf zurückzuführen, dass Auftraggeber ihren Zahlungsverpflichtungen aus abgeschlossenen Projekten nicht mehr nachkommen würden und sich zudem die Projektkosten „erheblich“ erhöht hätten. Auch Corona und der Ukraine-Krieg werden als längerfristige Ursachen der Insolvenz genannt. Zuletzt hätten sich auch noch die Energie- und Weltmarktpreise deutlich erhöht. Der Betrieb soll nun eingestellt werden, bestehende Anlagenprojekte sollen bereits weitgehend abgeschlossen sein. „Im weiteren Verlauf des Verfahrens ist daher eine geordnete Abwicklung des schuldnerischen Unternehmens vorzunehmen“, so der AKV abschließend.