Darum kann man betrunkene Lokführer bei der ÖBB „wohl ausschließen“
Ein italienischer Lokführer fuhr in Tirol stockbetrunken, am Ende musste man sogar den Strom abdrehen. 5 Minuten fragte nach, ob so ein Husarenritt auch bei den ÖBB denkbar wäre.
Das machte Schlagzeilen: Ein betrunkener Lokführer aus Italien wurde vor einigen Tagen in Tirol erwischt, als er im Vollrausch am Führerstand mit dem Zug in Richtung italienischer Grenze unterwegs war. Um ihn zu stoppen, musste sogar der Strom abgeschaltet werden. Ob es in Österreich das auch schon gegeben hat, wollte 5 Minuten von den ÖBB wissen.
„… das kann man bei den ÖBB wohl ausschließen“
Betrunken am Führerstand mit 250 km/h durch den Koralmtunnel? „Gott bewahre uns davor, aber das kann man bei den ÖBB wohl ausschließen“, so Pressesprecher Herbert Hofer. Aber wo Menschen arbeiten, passieren auch Fehler. Ausgeschlossen kann bekanntlich gar nichts werden. Hofer: „Die Bahn hat da die strengsten Vorschriften, die es nur geben kann. Betrunken am Führerstand, da reicht ein Verdachtsfall aus und wir werden sofort aktiv. Da setzt es eine fristlose Entlassung, wenn sich ein Verdacht bestätigt. Keine Frage. Der kann sofort nach Hause gehen.“
Hofer: „Mir ist in den letzten 15 Jahren kein einziger Fall bekannt“
Vor vielen Jahren gab es in Villach Diskussionen rund um einen angeblich betrunkenen Lokführer. Damals wurde seitens der ÖBB davon gesprochen, in Zukunft bei Lokführern Alkotests stichprobenartig durchzuführen. Hofer: „Das ist mir aus der Praxis nicht bekannt. Wie gesagt, bei einem Verdachtsfall wird natürlich sofort getestet, aber mir ist in den letzten 15 Jahren kein einziger Fall bekannt, wo es auch nur einen Verdacht gegeben hätte.“ Auch im Falle des volltrunkenen Italieners dürften die italienischen Bahnen durchgreifen und ihm die Lizenz entziehen.