Fake-Shop-Falle: Hast du bestellt, ist es meistens zu spät
Fake-Shops haben gerade wieder Hochsaison. Sie locken online mit Mega-Schnäppchen – geliefert wird oft nichts. Das Bundeskriminalamt warnt vor professionell gemachten Betrugsseiten und erklärt, woran du sie erkennst.
Ein neuer Fernseher zum halben Preis, Markenschuhe fast geschenkt oder ein Gerät, das überall ausverkauft ist – aber hier sofort lieferbar. Genau mit solchen Angeboten locken Fake-Shops potenzielle Kunden an. Hat man einmal bestellt, folgt das böse Erwachen: Beim Bezahlen soll man schnell sein, geliefert wird jedoch nichts. Das österreichische Bundeskriminalamt warnt die Bevölkerung und gibt Tipps, wie man Fake-Shop-Fallen vermeiden kann.
Betrüger verstecken sich hinter professioneller Fassade
Fake-Shops sehen auf den ersten Blick seriös aus. Die Seiten wirken professionell, zeigen bekannte Marken, Gütesiegel und angeblich rechtssichere Geschäftsbedingungen. Dazu erklärt das Bundeskriminalamt: „Die Betreiber dieser Shops investieren oft viel Aufwand, um mit einem professionellen Erscheinungsbild zum Kauf anzuregen.“ Doch dahinter stecken Kriminelle. Entweder kommt die Ware gar nicht – oder es landet billiger Ramsch im Paket.
Warst du schon einmal Opfer eines Online-Betrugs?
Strafverfolgung schwierig
Das Problem: Viele dieser Shops sind nur kurze Zeit online. Bis Betroffene merken, dass sie betrogen wurden, ist die Seite oft schon verschwunden. Wie das Bundeskriminalamt erklärt, macht das eine Strafverfolgung schwierig. Das Geld ist in den meisten Fällen weg. Werbung für die dubiosen Shops wird via Phishing-Mails oder auf Social-Media-Plattformen gemacht.
Auf diese Fake-Shop-Warnzeichen solltest du achten
Das Bundeskriminalamt hat Warnzeichen zusammengefasst, die dich misstrauisch machen sollten.
So erkennst du Fake-Shops:
- Ungewöhnlich günstige Preise: Sehr niedrige Preise für gefragte Produkte sind oft ein Hinweis auf einen unseriösen Anbieter und ein „Lockangebot“, um schnell Käufer anzuziehen.
- Verdächtige Zahlung: Typisch für Fake-Shops ist, dass zu Beginn mehrere Zahlungsmöglichkeiten angeführt werden, beim Zahlungsvorgang selbst, aber nur mehr Vorkasse oder schwer rückverfolgbare Zahlungsmethoden (wie Kryptowährungen) angeboten werden.
- Mangelhafte Kontaktmöglichkeiten: Wenn lediglich eine E-Mail-Adresse angegeben ist, keine Telefonnummer hinterlegt ist oder das Kontaktformular nicht funktioniert, sollten Käuferinnen und Käufer skeptisch werden.
- Gefälschte Gütesiegel: Gütesiegel sind lediglich als Bild hineinkopiert und nicht nachvollziehbar. Das angegebene Siegel muss mit dessen Siegelanbieter verlinkt sein.
- Fehlende oder unvollständige Impressumsangaben: Seriöse Anbieter stellen vollständige Informationen zur Identität und Erreichbarkeit des Unternehmens bereit, während Fake-Shops diese oft weglassen oder fiktive Adressen verwenden.
Gütesiegel sind hilfreich – aber nur, wenn sie echt sind
Echte Gütesiegel können beim Online-Einkauf Orientierung geben. „Diese Zeichen werden in der Regel von unabhängigen Prüfstellen vergeben und basieren auf Kriterien wie Datenschutz, transparente Geschäftsbedingungen, sichere Zahlungsabwicklung und kundenfreundlicher Service“, erklärt das Bundeskriminalamt. Genau das nutzen Betrüger aus: Sie fälschen Siegel, kopieren ganze Prüfseiten oder erfinden Fantasie-Zertifikate. Deshalb gilt: Ein Gütesiegel ist nur dann etwas wert, wenn man es auf der offiziellen Seite des Siegelanbieters überprüfen kann.
Tipps gegen die Fake-Shop-Fallen
Das Bundeskriminalamt hat einige einfache, aber wirksame Regeln zusammengefasst, die dich beim Onlinekauf schützen sollen.
So tappst du nicht in die Fake-Shop-Falle:
- Vorsicht bei zu günstigen Angeboten, auch im Internet gibt es nichts zu verschenken! Wenn ein Angebot zu gut erscheint, um wahr zu sein, könnte es sich um einen betrügerischen Fake-Shop handeln. Überprüfe den Produktpreis bei bekannten Anbietern.
- Lies dir Kundenbewertungen auf unabhängigen Portalen durch und achte auf durchgehend negative oder übermäßig positive Kommentare, die gefälscht wirken.
- Folge keinen Links in unaufgeforderten zugeschickten Werbemails und Social-Media-Werbungen!
- Kaufe nach Möglichkeit bei bekannten, etablierten Onlineshops ein!
- Achte zudem auf Gütesiegel und Zertifikate, die die Vertrauenswürdigkeit des Anbieters belegen. Besuche die offiziellen Seiten von Gütezeichen-Anbietern, um den Shop gezielt im jeweiligen Partnerverzeichnis zu suchen.
- Verwende sichere Zahlungsmethoden wie zum Beispiel die Zahlung per Kreditkarte oder Zahlung auf Rechnung. Vermeide ungesicherte Vorabüberweisungen an unbekannte Anbieter. Sollte nur mehr per Vorkasse gezahlt werden können oder eine Weiterleitung auf MoneyGram oder Western Union erfolgen, ist höchste Vorsicht geboten!
- Prüfe auf der Homepage des Siegelanbieters, ob der Online-Shop über ein gültiges Zertifikat verfügt
- Überprüfe den Onlineshop auf der Homepage Watchlist Internet und Fake-Shop Detector!