Was den Österreichern die Mehrwertsteuer-Senkung konkret bringt
Die Preise für Lebensmittel und Energie sinken: Mit neuen Maßnahmen will die Bundesregierung die Österreicher spürbar entlasten. Doch was bringt die Senkung den Österreichern?
Die Mehrwertsteuer auf ausgewählte Grundnahrungsmittel wird in Österreich „auf unter fünf Prozent halbiert“. Wir haben berichtet: Ab Juli: Regierung schenkt halbe Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel. Die Regierungsparteien bezeichnen es in Aussendungen als „Entlastung der Menschen“ und als „wirkungsvolle Schritte gegen die Teuerung“. Doch was bringt die Senkung den Österreichern konkret? Laut Berechnungen des Momentum Instituts können Familien und Haushalte dadurch spürbar entlastet werden – im Schnitt geht es um eine Ersparnis von rund 325 Euro pro Jahr.
Das bringt die Mehrwertsteuer-Senkung:
Laut Berechnungen des Momentum Instituts hat das folgende Auswirkungen auf das Geldbörserl der Österreicher:
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Durchschnittliche Ersparnis: Ein typischer Haushalt spart sich durch den günstigeren Einkauf rund 126 Euro pro Jahr.
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Starke Hilfe für Geringverdiener: Wer wenig verdient, wird am deutlichsten entlastet. Das einkommensärmste Fünftel erspart sich 0,8 Prozent des Jahreseinkommens (ca. 110 Euro).
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Geringer Effekt für Reiche: Das einkommensstärkste Fünftel spart zwar absolut etwas mehr (ca. 135 Euro), das entspricht 0,2 Prozent ihres Einkommens.
Weniger Steuern beim Wocheneinkauf
Die wohl wichtigste Nachricht für den Alltag: Die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel (wie etwa Milch, Brot oder Eier) soll von 10 auf 5 Prozent halbiert werden. Für einen durchschnittlichen Haushalt bedeutet das, dass der Einkauf im Supermarkt pro Jahr um etwa 126 Euro günstiger wird. Diese Maßnahme hilft vor allem Menschen mit kleineren Einkommen. Da sie einen größeren Teil ihres Geldes für Essen ausgeben müssen, ist die relative Entlastung für sie viermal so hoch wie für Spitzenverdiener. Während sich Top-Verdiener zwar in Euro etwas mehr sparen (ca. 135 Euro), spüren Geringverdiener die Hilfe deutlich stärker in ihrem Budget.
Günstigerer Strom ab März
Auch bei der Stromrechnung gibt es gute Nachrichten. Ab März senkt der Energiekonzern Verbund den Preis für Strom auf 9,5 Cent pro Kilowattstunde. Zum Vergleich: Aktuell zahlt man bei vielen Anbietern noch über 13 Cent. Wer zum Verbund wechselt, erspart sich im Jahr durchschnittlich 150,50 Euro. Zusätzlich senkt der Staat die Stromsteuern, was jedem Haushalt weitere 50 Euro bringt. Besonders einkommensschwache Haushalte profitieren noch mehr: Für sie soll es einen speziellen Sozialtarif von nur 6 Cent geben.
Experten fordern noch strengere Regeln
Trotz der Freude über die Entlastung gibt es auch Kritik. Das Momentum Institut betont, dass eine Steuersenkung nur der erste Schritt sein kann. Experten fordern, die Steuer auf Lebensmittel eigentlich komplett zu streichen. Zudem wird ein „Preisdeckel“ nach kroatischem Vorbild vorgeschlagen: Die Regierung sollte für wichtige Produkte (wie einen Liter Milch oder ein Kilo Brot) einen fixen Maximalpreis festlegen, damit die Preise nicht wieder heimlich steigen.