„Faire Chancen für alle“: 22 Rotkreuz-Märkte in Oberösterreich helfen
Zum Welttag der sozialen Gerechtigkeit am 20. Februar betont das Rote Kreuz seinen Einsatz für armutsgefährdete Menschen. 22 Rotkreuz-Märkte, Bildungsangebote und freiwilliges Engagement stärken soziale Teilhabe in Oberösterreich.
„Soziale Gerechtigkeit entsteht dort, wo Menschen nicht allein gelassen werden“, sagt OÖ-Rotkreuz-Präsident Gottfried Hirz anlässlich des Welttages der sozialen Gerechtigkeit am 20. Februar. Für ihn gehe es darum, „faire Chancen zu ermöglichen und dort zu helfen, wo finanzielle oder soziale Hürden den Alltag erschweren“.
Konkrete Unterstützung für eine faire Chance
Das Oberösterreichische Rote Kreuz setzte dabei auf konkrete Unterstützung, Tag für Tag. Ziel ist es, armutsgefährdete Menschen zu entlasten, junge Generationen zu stärken und den gesellschaftlichen Zusammenhalt aktiv zu fördern. Ein zentrales Angebot sind die 22 Rotkreuz-Märkte in Oberösterreich. Dort erhalten Menschen mit geringem Einkommen Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs zu stark reduzierten Preisen. Neben finanzieller Entlastung geht es auch um soziale Begegnung. „Soziale Gerechtigkeit beginnt dort, wo Hilfe konkret wird und Menschen wieder Perspektiven bekommen“, betont Hirz. Die Märkte seien mehr als reine Ausgabestellen. Sie schaffen Räume für Austausch, Würde und Teilhabe.
Bildung als Schlüssel zur Chancengleichheit
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Kindern und Jugendlichen. Mit Bildungsprogrammen, freiwilligen Lese- und Lerncoaches, Erste-Hilfe-Angeboten sowie der Arbeit des OÖ. Jugendrotkreuzes sollen Benachteiligungen frühzeitig ausgeglichen werden. Silvia Wenzelhuemer ist seit 2024 als Lesecoach in der Volksschule Süd in Eferding aktiv. Ihre Motivation ist persönlich geprägt. „Bereits während der Flüchtlingswelle 2015/2016 habe ich im ehemaligen Bezirksjugendheim mit Flüchtlingen gearbeitet und beim Deutschlernen unterstützt. Dabei habe ich gemerkt, wie wichtig Lesen für die Integration und den weiteren Lebensweg ist“, erzählt sie. Heute begleitet sie regelmäßig Kinder beim Lesenlernen. „Da ich keine Enkelkinder habe, ist es für mich umso schöner, Kinder auf diesem Weg zu begleiten.“ Ob im Besuchsdienst, in sozialen Diensten oder in der Jugendarbeit, das freiwillige Engagement bildet das Fundament der Rotkreuz-Arbeit. „Soziale Gerechtigkeit lebt vom Miteinander. Menschen, die sich engagieren, machen unsere Gesellschaft menschlicher und solidarischer“, sagt Hirz.