Über 100 Jahre her: Ramadan und Fastenzeit starten gleichzeitig
Heute, Aschermittwoch, beginnt in Österreich die christliche Fastenzeit. Aber gleichzeitig startet auch der Ramadan für Muslime.
Der Fasching ist vorbei und am heutigen Aschermittwoch beginnt für Christen die 40-tägige Fastenzeit. Gleichzeitig startet aber auch für Muslime der Ramadan. Dass beide gleichzeitig beginnen, ist sehr selten. Und daran liegt es.
Über 100 Jahre her
Es ist bereits über 100 Jahre her, dass der Ramadan und die Fastenzeit am selben Tag begonnen haben. Die IGGÖ – Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich bestätigt gegenüber 5 Minuten, dass es das letzte Mal 1921 so war. Grund ist, dass die Glaubensgemeinschaften verschiedene Kalendersysteme haben. So ist Ostern bei den Christen immer am ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond. Der Ramadan, der neunte Monat im islamischen Kalender, beginnt traditionell mit dem sogenannten „Neulicht“, der ersten sichtbaren Mondsichel nach dem Neumond. Da das islamische Mondjahr mit etwa 354 Tagen rund 11 Tage kürzer ist als unser Sonnenjahr, „wandert“ der Fastenmonat jedes Jahr um etwa 10 bis 12 Tage im gregorianischen Kalender nach vorne.
Die Unterschiede zwischen Fastenzeit und Ramadan
Die Bräuche könnten kaum unterschiedlicher sein: In der katholischen und evangelischen Kirche markiert die Aschezeichnung den Start der Fastenzeit, bei der heute ein striktes Fleischverbot gilt – ansonsten entscheidet jeder selbst über sein Maß an Verzicht. Muslime hingegen treten heute in den Ramadan ein. Dieser fordert etwa vier Wochen lang totalen Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit während der Tagesstunden. Erst am Abend kommen Familien zum Gebet und zum traditionellen Fastenbrechen zusammen.
Warum Ramadan und Fastenzeit so selten gemeinsam starten:
Dass der Aschermittwoch und der erste Tag des Ramadan auf dasselbe Datum fallen, ist ein astronomischer Zufall, der nur alle paar Generationen vorkommt. Das liegt an den völlig unterschiedlichen Kalendersystemen:
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Der christliche Oster-Rhythmus: Der Aschermittwoch hängt direkt vom Osterdatum ab. Ostern wird nach einer komplexen Formel berechnet: Es ist immer der erste Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond. Damit ist der Start der Fastenzeit zwar variabel, bleibt aber immer im Frühjahr (Februar/März).
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Der islamische Mondkalender: Das islamische Jahr richtet sich rein nach dem Mond und ist mit ca. 354 Tagen etwa 11 Tage kürzer als unser Sonnenjahr. Deshalb „wandert“ der Ramadan rückwärts durch alle Jahreszeiten.
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Die 33-Jahre-Regel: Etwa alle 33 Jahre überschneiden sich die Fastenzeiten für eine gewisse Zeit. Dass sie aber am exakt selben Tag beginnen, erfordert eine seltene mathematische Punktlandung der beiden Kalender.
Ostern ist heuer am 5. April 2026, das Fastenbrechen vom Ramadan (Eid al-Fitr) wird für den 20. März 2026 erwartet.
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