Reisewarnung: Außenministerium warnt vor Reisen in zehn Länder
„Es ist im Freien zu gefährlich“: Mit diesen Worten unterstreicht das Außenministerium die aktuelle Bedrohungslage in der Nahost-Region. Für zehn Länder wurde eine offizielle Reisewarnung (Stufe 4) ausgesprochen.
Die Lage im Nahen Osten hat das österreichische Außenministerium in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Unmittelbar nach Ausbruch der Krise berief die Bundesministerin den Krisenstab ein, der seither unter ihrer persönlichen Leitung tagt. Oberste Priorität hat derzeit die Sicherheit und Betreuung der tausenden Österreicher in der Region. „Aktuell sind rund 17.700 österreichische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger sowie Angehörige im Krisengebiet registriert, darunter rund 2.600 Reisende. Davon befinden sich etwa 1.700 Reisende in den Vereinigten Arabischen Emiraten“, so das Außenministerium auf Anfrage von 5 Minuten. Auswirkungen hat die Lage im Osten auch auf die Ölpreise und Spritpreise in Österreich. Die AUA startete einen Rettungseinsatz für gestrandete Crews.
Massive Verschärfung der Sicherheitsstufen
„Für folgende Länder besteht weiterhin eine Reisewarnung: Bahrain, Irak, Iran, Israel, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Syrien, Vereinigte Arabische Emirate“, so das Außenministerium gegenüber 5 Minuten. Es herrscht Warnstufe 4. Das geht auch aus der Reisewarnung-Webseite des Außenministeriums hervor. „In diesen Staaten ist der Flugverkehr großteils eingestellt oder massiv eingeschränkt. Ausreisen aus diesen Ländern sind auf dem Luftweg derzeit nicht möglich, da die Gefahrenlage zu groß ist (Ausnahme: eingeschränkter Betrieb in Jordanien und Libanon). Für Oman und Saudi-Arabien gilt Sicherheitsstufe 3 (hohes Sicherheitsrisiko). Der Luftraum ist geöffnet, Flugverbindungen sind jedoch reduziert“, heißt es.
Aufruf zur Reiseregistrierung: „Enorm wichtig für uns“
Das Ministerium richtet einen dringenden Appell an alle Landsleute vor Ort, sich auf reiseregistrierung.at zu erfassen. Die Systeme stießen bereits am vergangenen Wochenende an ihre Grenzen: Mit bis zu 40 Zugriffen pro Sekunde verzeichnete das Ministerium einen massiven Anstieg der Registrierungen. „Die Reiseregistrierung ist für uns enorm wichtig, dass wir überhaupt wissen, wer ist in der Region, wer braucht unter Umständen spezielle Hilfe, wer hat besondere Bedürfnisse und wo befinden sich die Österreicherinnen und Österreicher“, so das Ministerium in einem Pressestatement.
Hilfe für besonders Schutzbedürftige
Der Fokus der konsularischen Hilfe liegt aktuell auf Schwangeren, Kranken und älteren Personen. Das Ministerium konnte bereits erste Erfolge vermelden, wie etwa die Evakuierung einer hochschwangeren Frau oder die Versorgung einer Diabetikerin mit lebensnotwendigem Insulin, das aus dem Flughafen-Gepäck geholt werden musste. „Das #TeamBMEIA konnte bereits 70 vulnerable Österreicherinnen und Österreicher bei der Ausreise in den Oman unterstützen. Eine weitere unterstützte Ausreise erfolgt aus Israel über Jordanien (5 Personen)“, so das Außenministerium gegenüber 5 Minuten. „Zudem führt die österreichische Botschaft in Abu Dhabi aktuell eine Bedarfserhebung durch, ob reiseregistrierte Österreicherinnen und Österreicher nach Saudi-Arabien ausreisen möchten“.
Anweisung: „Bitte in der Unterkunft bleiben“
Für die Betroffenen gilt weiterhin die strikte Anweisung: „Das Wichtigste in dieser Situation ist jetzt nach wie vor […] den Anweisungen der lokalen Behörden unbedingt Folge zu leisten […]. Bitte bleiben Sie in Ihrer Unterkunft. Es ist im Freien zu gefährlich momentan“, so im Pressestatement. In der gesamten Region kommt es weiterhin zu militärischen Auseinandersetzungen und Raketenangriffen. „Die Lage ist volatil. Wir empfehlen dringend, Anweisungen der lokalen Behörden strikt zu befolgen und Schutz in Gebäuden zu suchen. Parallel dazu arbeitet das Außenministerium mit Hochdruck an allen notwendigen Vorbereitungen, um die Rückkehr gestrandeter österreichischer Staatsbürger und Staatsbürgerinnen zu ermöglichen, sobald es die lokalen Sicherheitsbedingungen zulassen. Sollten sich Personen in der aktuellen Situation für eine Ausreise auf dem Landweg entscheiden, erfolgt dies ausschließlich in der persönlichen Verantwortung der Reisenden“, heißt es gegenüber 5 Minuten weiter.
Rund-um-die-Uhr-Betreuung
Um den Ansturm besorgter Angehöriger und Betroffener zu bewältigen, wurden die Teams in Wien und an den Botschaften vor Ort verstärkt – teils mit Unterstützung des Bundesheeres. „Wir sind weiterhin […] 24 Stunden, sieben Tage in der Woche für die Österreicherinnen und Österreicher erreichbar. Es ist immer irgendjemand auf der Welt für sie am Telefon zu erreichen und steht zur Verfügung. Auch um zwei Uhr in der Nacht“, so laut Presseinformationen am Montagnachmittag. „Außerdem haben wir unser Team in Wien verstärkt und werden es bei Bedarf weiter aufstocken, um die Anfragen aller Österreicherinnen und Österreicher beantworten zu können. Aufgrund der hohen Anzahl an Neuregistrierungen kann es jedoch zu Verzögerungen kommen“, heißt es vom Außenministerium gegenüber 5 Minuten.
Du bist betroffen? Hier kannst du dich melden:
- Österreichische Botschaft Abu Dhabi: (+971) 50 66 69 728 bzw. (+971) 50 85 90 441
- Österreichische Botschaft Amman: (+962) 795 62 85 60
- Österreichische Botschaft Doha: (+974) 33 21 14 50
- Österreichische Botschaft Kuwait/Bahrain: (+965) 998 061 77
- Österreichische Botschaft Maskat: (+968) 7220 0116
- Österreichische Botschaft Riyadh: (+966) 557 102 122
- Österreichische Botschaft Tel Aviv: (+972) 54 792 1892 bzw. (+972) 53 643 2738