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/ ©pexels.com
Bild auf 5min.at zeigt einen Arzt.
Der Ärztekammer gefällt die Forderung nach einem Kostendeckel bei Privatarzt-Honoraren gar nicht.

Kostendeckel für Privatärzte: Ärztekammer von Forderung „entsetzt“

Wird es bei Wahlärzten bald eine Obergrenze für deren Honorare geben? Das jedenfalls fordert jetzt Sozial- und Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ).

von Phillip Plattner Phillip Plattner Online-Redakteur Kärnten Steiermark
2 Minuten Lesezeit(256 Wörter)

Geht es nach Schumann, dann sollen die Honorare von Wahlärzten Grenzen kennen. Sie fordert nun in einem Interview mit der „Kronen Zeitung“ und auch im Ö1-Frühjournal eine Obergrenze und „klare Preisspannen, die auch veröffentlicht werden“. Die Kosten, die ein solcher Privatarzt-Besuch verursacht, seien vielen nämlich nicht klar. Dazu verweist sie etwa auf Deutschland. Dort gibt es bereits eine solche Obergrenze, Wahlärzte dürfen maximal das 2,5-fache von dem verlangen, was Kassenärzte bekommen.

Foto in Bericht von 5min.at: Zu sehen ist Sozialministerin Korinna Schumann bei einer Parlamentssitzung vor einem Rednerpult.
©Parlamentsdirektion/Thomas Topf
Sozial- und Gesundheitsministerin fordert eine Obergrenze für Privatarzt-Honorare nach deutschem Vorbild.

Noch keine Einigung in der Regierung zu Obergrenze bei Privatarzt-Honoraren

Von einer Einigung zu diesem Thema ist allerdings noch nicht die Rede. Man verhandle aktuell noch in Reformgruppen, so Schumann. Gänzlich neu ist diese Idee und ein derartiger Vorschlag aber auch hierzulande nicht, hatte doch der Obmann der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK), Andreas Huss, im Herbst schon etwas dergleichen vorgeschlagen. Mehr dazu etwa hier: „Unzumutbar“: ÖGK-Obmann für Honorar-Obergrenze bei Wahlärzten.

Bild auf 5min.at zeigt Andreas Huss.
©SV/ Enzo Holey
ÖGK-Obmann Andreas Huss hat eine solche Obergrenze im Herbst ebenfalls gefordert.

Ärztekammer „entsetzt“, Schumann „zuversichtlich“

Damals wie heute gibt es aber einen klaren Gegner, der sich gegen einen solchen Vorschlag stemmt: die Ärztekammer. Diese ist in einer Aussendung „entsetzt über die Überlegungen von Gesundheitsministerin Schumann“. Gleichzeitig warnt man vor einer „Symbolpolitik auf dem Rücken von Patienten ebenso wie Ärzten“. Die strukturellen Probleme im österreichischen Gesundheitssystem würden man dabei verkennen – etwa ein Mangel an Kassenstellen, die „chronische Unterfinanzierung des öffentlichen Systems“ und auch eine ausufernde Bürokratisierung. Im Ö1-Gespräch zeigt sich Schumann dennoch „zuversichtlich“, dass man auch die Ärztekammer noch mit an Bord holen kann.

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