Sprit wird teurer: So sparen Autofahrer jetzt hunderte Euro beim Tanken
Die Spritpreise in Österreich steigen wegen des Iran‑Kriegs immer weiter an. Deshalb haben Experten jetzt ein paar Tipps, wie Autofahrer trotzdem aufs Geldbörserl achten können.
Der Krieg im Iran sorgt nicht nur für Schlagzeilen, sondern wirkt sich auch massiv auf Österreich aus. Während einige Urlauber im Krisengebiet festsitzen, merken Autofahrer an den Zapfsäulen bereits die Folgen: Der Ölpreis steigt, und damit ziehen auch die Spritpreise an. „Die massive Abhängigkeit des Verkehrs vom Erdöl kommt uns erneut teuer. Umso wichtiger ist es, dass rasch politische Maßnahmen gesetzt werden, damit der Verkehr aus der Erdölfalle befreit wird“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest.
So teuer ist Benzin und Diesel in Österreich
Bereits im Februar waren die Preiserhöhungen – plus 4,1 Cent bei Diesel auf 1,529 Euro und plus 2,9 Cent bei Super auf 1,484 Euro – spürbar. Vor allem seit dem Beginn der Kampfhandlungen Anfang März ziehen die Preise weiterhin stark an. „Mit Stand gestern kostete Diesel durchschnittlich 1,739 Euro, Super 1,639 Euro pro Liter. Binnen einer Woche entspricht das einer Erhöhung von 17 Cent bei Diesel und 12 Cent bei Super“, informiert der ÖAMTC am Mittwoch. Und das, obwohl der aktuelle Rohölpreis etwa auf dem Niveau von Jänner 2025 liegt. Dennoch waren die Tankstellenpreise damals – insbesondere bei Diesel – spürbar niedriger als heute.„ Während Konsument:innen seit Monaten vergeblich auf eine faire Weitergabe der gesunkenen Rohölpreise gewartet hatten, erfolgte die Weitergabe der Preiserhöhungen an den Zapfsäulen sofort und in deutlich höherem Ausmaß, als es der Rohölpreis erwarten lassen würde“, kritisiert der ÖAMTC.
So viel Sprit schlucken Autos im Jahr
Jeder, der viel mit dem Auto unterwegs ist, weiß, dass ein Auto nicht gerade wenig Sprit verbraucht. Das beste Beispiel liefert die Mobilitätsorganisation VCÖ: Etwa die Autos eines steirischen Haushalts verbrauchen im Schnitt 620 Liter Benzin und 820 Liter Diesel pro Jahr. Mit einem spritsparenden Fahrstil kann der Verbrauch jedoch um 15 bis 20 Prozent reduziert werden – das macht sich vor allem im Geldbörserl bemerkbar. „Wer zudem kurze Strecken mit dem Rad statt mit dem Auto fährt oder Fahrgemeinschaften bildet, kann die Spritkosten noch zusätzlich deutlich reduzieren“, betont der VCÖ. Auf das Jahr betrachtet sind es laut Statistik Austria rund 490 Millionen Liter Sprit, die die steirischen Haushalte verbrauchen. Unterschiede gibt es vor allem zwischen den Erst- und Zweitautos, wie der VCÖ informiert. Die Zweitautos der Haushalte „schlucken“ pro Jahr 460 Liter Benzin und 510 Liter Diesel, die Erstautos mit 710 Liter Benzin und 970 Liter Diesel deutlich mehr.
Wie oft gehst du tanken?
Spritsparend Fahren: So sparst du dir Geld
Aber was heißt überhaupt spritsparend fahren? Das bedeutet grundsätzlich langsamer fahren. Denn wenn man statt 130 auf der Autobahn nur 110 km/h fährt, kann der Verbrauch im Schnitt um 16 Prozent reduziert werden. Bei Tempo 100 statt 130 sind es sogar 23 Prozent. Aber auch das vorausschauende Fahren ist ein wichtiger Faktor. Damit kann frühzeitig vom Gas gegangen werden und das bedeutet automatisch gleichmäßiger zu fahren. Denn beim Beschleunigen ist der Verbrauch am höchsten und auch Stop & Go bedeutet mehr Verbrauch. Auch niedrigtouriges Fahren spart Sprit, deshalb gilt: so schnell wie möglich in den nächsthöheren Gang schalten. Wichtig ist es ebenfalls, auf Spritfresser zu achten: darunter fallen Dachboxen, eine zu stark eingestellte Klimaanlage und auch der falsche Reifendruck.
So viel Geld kannst du beim Tanken wirklich sparen
Wer den Verbrauch um einen Liter pro 100 Kilometer reduziert, spart pro 15.000 Kilometer rund 250 Euro, verdeutlicht der VCÖ. „Wer darüber hinaus kurze Strecken zu Fuß geht oder mit dem Fahrrad fährt statt mit dem Auto, kann den Verbrauch noch zusätzlich stark senken. Denn gerade auf Kurzstrecken ist der Verbrauch pro Kilometer besonders hoch“, erinnert der VCÖ-Experte und weist auf einen Bonusvorteil hin: „Die Mobilität zu Fuß und mit dem Fahrrad stärkt die Gesundheit und Fitness, vermeidet Folgeerkrankungen von Bewegungsmangel.“
Tipps: So kannst du jetzt beim Tanken Geld sparen
1. Hohes Tempo vermeiden: Gleiten statt rasen spart Sprit und man ist damit auch sicherer unterwegs. Im Schnitt reduziert auf der Autobahn Tempo 110 statt 130 den Verbrauch um 16 Prozent, Tempo 100 statt 130 um 23 Prozent.
2. Vorausschauend und gleichmäßig fahren: Anfahren und beschleunigen verbrauchen viel Sprit.
3. Niedrigtourig fahren verringert den Verbrauch. Rasch in den nächsthöheren Gang schalten. Je höher die Drehzahl, umso mehr Sprit frisst der Motor.
4. Spritfresser vermeiden: Eine Dachbox erhöht den Verbrauch, deshalb runter vom Dach, wenn sie nicht benötigt wird.
5. Den Motor nicht am Stand laufen lassen. Bei längeren Wartezeiten, etwa vor einem Bahnschranken, Motor abschalten.
6. Auf den richtigen Reifendruck achten.
7. Kurzstrecken vermeiden: Auf Kurzstrecken ist der Verbrauch pro Kilometer besonders hoch. Auf Kurzstrecken statt mit dem Auto möglichst oft zu Fuß oder mit dem Fahrrad mobil sein. Kalorien statt Benzin und Diesel verbrennen ist zudem gesund.
8. Wenn möglich öffentliche Verkehrsmittel sowie Park & Ride benutzen. Gerade für Pendler ist mit dem Klimaticket der Öffentliche Verkehr um ein Vielfaches günstiger als das Auto.
9. Fahrgemeinschaften bilden: Dort, wo es keine gute Alternative zum Auto gibt, reduzieren Fahrgemeinschaften, etwa in die Arbeit oder für Einkäufe, die Kosten.
10. Beim Autokauf auf einen niedrigen Spritverbrauch achten: Testfahrt machen, denn oft weicht der wirkliche Spritverbrauch stark vom angegebenen Normverbrauch ab. Und: Wer ein größeres Auto kauft als benötigt wird, hat höhere laufende Kosten. Deshalb beim Autokauf beherzigen: So klein wie möglich und höchstens so groß wie nötig.