Gefährliche Chemie in SHEIN-Klamotten? Organisation schlägt Alarm
Greenpeace wirft dem Online-Händler SHEIN vor, Produkte zu verkaufen, welche gefährliche und teils verbotene Chemikalien beinhalten. Ein Test der Umweltschutzorganisation zeigt: 81 % der bestellten Artikel brechen EU-Grenzwerte.
Im Dezember 2025 bestellte Greenpeace erneut 31 Produkte, welche schon im Herbst wegen zu hoher Schadstoffwerte aufgefallen waren. 5 Minuten berichtete. Obwohl SHEIN angekündigt hatte, diese Artikel aus dem Sortiment zu nehmen, seien kurz darauf wieder identische oder sehr ähnliche Produkte im Online-Shop aufgetaucht, so der Vorwurd der Umweltschutzorganisation. Teilweise sogar bei denselben Händlern.
Greenpeace erhebt schwere Vorwürfe
„SHEIN hat einzelne verbotene Produkte aus ihrem Shop entfernt, aber kurz darauf landen sie wieder im digitalen Warenkorb. Das ist kein Versehen, das hat System“, glaubt Madeleine Drescher, Konsumexpertin bei Greenpeace in Österreich. „Während der Konzern am schnellen Klick verdient, tragen Konsumentinnen und Konsumenten das Risiko. Die gefundenen Ewigkeitsgifte belasten unsere Gesundheit und die Umwelt. Diesen Praktiken von SHEIN muss ein Riegel vorgeschoben […] werden.“
Giftstoffe in neun von elf Jacken
Besonders alarmierend sind die Laborergebnisse von per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (kurz: PFAS): Von elf getesteten Jacken überschreiten neun erneut die EU-Grenzwerte, eine Damenjacke sogar 3.115-fach. PFAS werden laut Greenpeace auch Ewigkeitsgifte genannt, weil sie sich kaum abbauen. „Sie reichern sich in Umwelt und Körper an, können das Immunsystem schwächen und stehen im Verdacht, Krebs zu verursachen“, erläutern die Umweltschützer in einer Pressemitteilung. In der EU seien einige PFAS bereits verboten oder stark eingeschränkt. Darunter auch welche, die beim Greenpeace-Test erneut in SHEIN-Jacken gefunden wurden.
Trägst du Kleidung von SHEIN?
Liegt das Problem im Geschäftsmodell?
SHEIN fungiert nur als Plattform, auf der zahlreiche Händler ihre Produkte anbieten. Meist kommt die Ware direkt von Herstellern außerhalb der EU. Damit gelten Käufer als Importeure und müssen dementsprechend auch sicherstellen, dass die Produkte den EU-Vorschriften entsprechen. Greenpeace: „Im schlimmsten Fall importieren sie selbst illegale Ware.“ Hinzu kommt: „Während europäische Unternehmen belastete Produkte zurückrufen müssen, wälzt die Plattform die Haftung und das damit verbundene Risiko auf ihre Kunden ab.“ Greenpeace fordert die Bundesregierung daher auf, Online-Plattformen rechtlich in die Pflicht zu nehmen. „Solange Plattformen wie SHEIN und Co. sich der Verantwortung entziehen, bleibt jede Bestellung ein Risiko für unsere Gesundheit und unsere Umwelt“, betont Drescher abschließend.