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Foto in Beitrag von 5min.at zeigt eine Frau, einen Rechner und ein paar Euro.
Pflegekräfte dürfen theoretisch seit 1. Jänner 2026 früher in Pension, genutzt wird das bisher aber kaum.

Seit Jänner früher in Pension: „1.000“ betroffen, bisher kaum genutzt

Seit 1. Jänner 2026 sind alle Pflegekräfte in Österreich von der Schwerarbeiterregelung umfasst und dürfen demnach, sofern sie alle Voraussetzungen erfüllen, ab 60 in Pension gehen. Genutzt wird das bisher aber kaum.

von Phillip Plattner Phillip Plattner Online-Redakteur Kärnten Steiermark
3 Minuten Lesezeit(649 Wörter)
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Mit 1. Jänner 2026 hat die Regierung aus ÖVP, SPÖ und NEOS einen Punkt aus dem Regierungsprogramm umgesetzt, der Pflegekräften hierzulande einen früheren Pensionsantritt bringen könnte. Mittlerweile dürfen alle, die einen Pflegeberuf in Österreich ausüben und die Voraussetzungen erfüllen, theoretisch ab 60 in den vorzeitigen und fast abschlagsfreien Ruhestand übergehen.

Voraussetzungen für die Schwerarbeitspension in Österreich:

  • ab Vollendung des 60. Lebensjahres möglich
  • Schwerarbeit geleistet
  • 120 Schwerarbeitsmonate (zehn Jahre) innerhalb jener 240 Monate (20 Jahre) vor Pensionsantritt
  • Insgesamt 540 Versicherungsmonate (45 Jahre) angehäuft
  • bei Pensionsantritt nicht in der Pensionsversicherung pflichtversichert
  • man geht keiner sonstigen selbstständigen oder unselbstständigen Arbeit mit einem Gehalt über der Geringfügigkeitsgrenze nach
  • man bewirtschaftet keinen land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb mit mehr als 2.400 Euro Einheitswert
  • man bekommt nicht mehr als 5.550,92 Euro monatlich aus einem öffentlichen Mandat (z. B. Bürgermeister)

Krankenhäusern macht Schwerarbeitspension für Pflegeberufe keine Sorgen

Wie man seitens der großen Krankenhausverbände hierzulande gegen Ende letzten Jahres gegenüber 5 Minuten allerdings bereits erklärt hat, haben sich kaum Personen diesbezüglich bei ihnen gemeldet, dass sie eine solche Möglichkeit auch in Betracht ziehen (können). Einen Grund dafür sieht man bei der KAGes in der Steiermark etwa in den benötigten Versicherungszeiten. Laut dem großen Krankenhausverband in der Steiermark haben etwa diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger realistischerweise die 45 Versicherungsjahre erst mit 63 Jahren zusammen. Alles dazu hier: Früher in Pension: Warum das den Krankenhäusern keine Sorgen bereitet.

Was bei der Schwerarbeitspension für Pflegekräfte zu beachten ist:

Pflegeberufe dürfen dann den Gang in die Schwerarbeitspension antreten (sofern sie die Voraussetzungen erfüllen), wenn sie mindestens 50 Prozent der Arbeitszeit bzw. vier Stunden am Tag mit Pflege beschäftigt sind, so die Pensionsversicherungsanstalt (PVA). Außerdem muss man an mindestens zwölf Tagen im Monat im Schichtdienst oder mindestens 15 Tage lang, wenn kein Schichtdienst vorliegt, gearbeitet haben. Nachtarbeit ist nicht erforderlich.

PVA erklärt, wie viele Pflegekräfte in Schwerarbeitspension gegangen sind

Während man im Sozialministerium in einer Wirkungsfolgenabschätzung (WFA) zwar mit 1.000 Frauen im Jahr gerechnet hat, die diese frühere Pensionsmöglichkeit in Anspruch nehmen würden, hat sich das Ganze in den ersten beiden Monaten des neuen Jahres allerdings noch in Grenzen gehalten. Im Jänner und Februar hat es 17 Neuzugänge mit einem Durchschnittsalter von 61 Jahren gegeben, erklärt man seitens der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) exklusiv gegenüber 5 Minuten. Da es die Ziffer 5 der Schwerarbeitsverordnung in der berufsbedingten Pflege aber „schon immer“ geben würde und es damit auch auch „Altfälle“ gibt, könne man nicht sagen, bei wie vielen dieser 17 Fälle es sich um „neue“ Fälle handeln würde.

Antrittsanzahl entspricht jener des Vorjahres

Allgemein erklärt man seitens der PVA jedoch, dass diese 17 Neuzugänge in etwa dem Niveau des Vorjahres entsprechen würden. Da waren es im Schnitt zehn pro Monat, also durchschnittlich 20 in den ersten beiden Monaten. Auch insgesamt, also alle Anträge auf Schwerarbeitspension betrachtet, gibt es im Jänner und Februar 2026 noch keinen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr (2025: 716 Anträge, 2026: 694 Anträge).

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Wie sich die WFA des Ministeriums zusammensetzt

Die der WFA zugrunde liegenden Kostenschätzungen basieren dabei auf „modellhaften Annahmen zu den potenziellen Inanspruchnahmen“, heißt es aus dem Ministerium auf Nachfrage von 5 Minuten. Und: „Dabei ist zu berücksichtigen, dass insbesondere der Anteil jener Personen, die tatsächlich die Voraussetzungen für eine Schwerarbeitspension erfüllen, mit Unsicherheiten behaftet ist, da keine vollständigen individuellen Versicherungsverläufe für die gesamte Zielgruppe vorliegen.“

„Etwa 30 Prozent dieser Abgänge kommen potenziell für eine Schwerarbeitspension in Frage“

Als Basis für die Schätzung hat man die „Pflegepersonalbedarfsprognose Update bis 2050“ herangezogen, in der der Abgang durch Pension im Pflegepersonal geschätzt wird. Man ist in weiterer Folge davon ausgegangen, dass etwa 30 Prozent dieser Abgänge potenziell für eine Schwerarbeitspension in Frage kommen würden. Auf die Frage hin, ob die Schwerarbeit allgemein überarbeitet werden soll, um den Zugang zu dieser mehr Menschen zu ermöglichen, meint man, dass das Regierungsprogramm eine Überarbeitung sowie eine Entbürokratisierung der bestehenden Regelungen vorsehen würde. Darüber was genau geplant ist, hüllt man sich in Schweigen.

Will man in Schwerarbeitspension, muss man aktiv werden

Generell sei man im Ministerium aber noch nicht besorgt, da die Regelung für Schwerarbeit in der gesamten Pflege erst seit 1. Jänner 2026 in Kraft ist. Daher könne man „derzeit keine aussagekräftige Information zur Entwicklung der Inanspruchnahme“ tätigen. Sollte jemand im Pflegeberuf den Gang in die Schwerarbeitspension wagen wollen, muss man allerdings etwas beachten. Ganz von selbst geht es nämlich nicht, wie die Arbeiterkammer (AK) zu Beginn des Jahres erklärt hat. Alles dazu auch hier: Neu 2026: Hunderte dürfen früher in Pension, müssen aber aktiv werden.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 24.03.2026 um 06:46 Uhr aktualisiert
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