Immer mehr Leerstände in Österreich – Automatenshops als Lösung?
Eine aktuelle Studie zeigt, wie stark sich Österreichs Ortszentren verändern – und warum Automatenshops boomen.
Wer durch viele Ortskerne in Österreich spaziert, kennt das Bild: Geschlossene Türen, leere Schaufenster, in denen einsam und allein ein „Zu verkaufen/Zu vermieten“-Schild prangt. Laut einer aktuellen Studie von Marketagent sorgen die zunehmenden Leerstände in der Bevölkerung für Unbehagen. 77 Prozent der Österreicher haben den Eindruck, dass es immer mehr leerstehende Geschäfte gibt. Und fast neun von zehn sagen: Diese Entwicklung ist besorgniserregend.
Automatenshops im Aufschwung
Die große Frage lautet nun aber: Wie kann man dem Leerstand entgegenwirken? Eine mögliche Antwort kommt aus einer eher ungewöhnlichen Ecke. Automatenshops sollen Abhilfe schaffen. Mittlerweile haben sich die kleinen Geschäfte ohne Personal, in denen man rund um die Uhr per Automat einkaufen kann, nicht nur in größeren Städten etabliert. Wie die Marketagentstudie zeigt, sind Automatenshops längst kein Nischenthema mehr:
- 93 Prozent haben schon davon gehört
- 29 Prozent haben bereits dort eingekauft
- Mehr als jeder Zweite kann sich vorstellen, das künftig zu tun
Vor allem Junge greifen gern in Automatenshops zu: In der Gen Z (Jahrgänge ca. 1995 bis 2010) hat schon fast jeder Zweite solche Shops ausprobiert.
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Darum boomen Automatenshops
Der größte Pluspunkt liegt auf der Hand: Diese Shops haben meist rund um die Uhr geöffnet. Der Marketagent-Umfrage zufolge schätzen 64 Prozent der Befragten die 24-Stunden-Verfügbarkeit, 61 Prozent nutzen sie für Notfälle, etwa spät abends, wenn keine anderen Geschäfte mehr offen haben. Doch auch die Verfügbarkeit regionaler Produkte sind für viele ein Argument, um die Automatenshops zu besuchen, ebenso wird die Zeitersparnis als Pluspunkt genannt. Philipp Ostermann, Unternehmer und Betreiber des Automatenshops snaccident, ist überzeugt: „Automatenshops treffen den Zeitgeist.“ Er sieht die unkomplizierte Nahversorgung durch solche Shops als „moderne Ergänzung des klassischen Einzelhandels“.
Hälfte will Einschränkungen für Automatenshops
Aus der Umfrage gehen jedoch auch einige Kritikpunkte hervor. Nachteile sehen Kundinnen und Kunden etwa in den Preisaufschlägen: Fast jeder Zweite (49 Prozent) ärgert sich demnach über höhere Preise. Auch die eingeschränkte Auswahl sowie fehlendes Personal werden bemängelt. In Bezug auf die Automatenstandorte gehen die Meinungen auseinander. 48 Prozent sprechen sich für Einschränkungen von Automatenshops in der Nacht oder in Wohngebieten aus.
Kein Ersatz, sondern Ergänzung
Trotz Kritik zeichnet sich ein klarer Trend ab: Automatenshops werden von 64 Prozent der Befragten nicht als Ersatz für klassische Geschäfte gesehen, sondern als sinnvolle Ergänzung. Vor allem dort, wo es ohnehin wenig Einkaufsmöglichkeiten gibt – etwa am Land oder an Bahnhöfen – können sie eine wichtige Rolle spielen. „Gerade vor dem Hintergrund
zunehmender Geschäftsleerstände können sie auch ein spannender Baustein für die
Belebung von Ortszentren sein“, so Marketagent-Gründer Thomas Schwabl abschließend.
Über die Marketagent-Studie:
- Auftraggeber: Eigenstudie
- Methode: CAWI | Marketagent Online Access
- Instrument: Online-Interviews über die Marketagent reSEARCH Plattform
- Erhebungszeitraum: 24.9.2025 – 30.9.2025
- Sample-Größe: n = 1.000 Netto-Interviews in Österreich
- Kernzielgruppe: Personen im Alter zwischen 14 und 75 Jahren I Inzidenz: 100%
- Quotensteuerung: Sample repräsentativ für die österreichische Bevölkerung