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/ ©ÖAMTC / Marc Wittkowski
Foto in Beitrag von 5min.at zeigt ein Auto beim Reifenwechsel.
Mit dem heutigen 15. April endet die situative Winterreifenpflicht.

Reifenwechsel: Warum du nach dem 15. April nicht sofort tauschen sollst

Am heutigen 15. April endet in Österreich die situative Winterreifenpflicht. Für viele Autofahrer ist das der Startschuss, um die Sommerreifen zu montieren. Doch Vorsicht: Wer zu früh wechselt, riskiert nicht nur seine Sicherheit.

von Phillip Plattner Phillip Plattner Online-Redakteur Kärnten Steiermark
3 Minuten Lesezeit(712 Wörter)
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Ab heute dürfen wir offiziell wieder mit Sommerbereifung auf Österreichs Straßen unterwegs sein, ohne bei einem plötzlichen Wintereinbruch sofort eine Strafe zu riskieren. Doch der Kalender ist ein schlechter Ratgeber für die Sicherheit. In weiten Teilen Kärntens und der Steiermark, besonders in den frühen Morgenstunden oder auf höher gelegenen Pendlerstrecken, zeigt das Thermometer aktuell noch oft Werte um den Gefrierpunkt. Sommerreifen sind auf diese Temperaturen technisch nicht ausgelegt. Ihre Gummimischung ist deutlich härter und verliert bei Kälte massiv an Grip. Das bedeutet: Schon auf einer leicht bereiften Fahrbahn verlängert sich der Bremsweg dramatisch. Wer also bereits morgen früh mit Sommerreifen über die Pack oder den Semmering fährt, begibt sich trotz Ende der gesetzlichen Pflicht auf dünnes Eis.

Die Falle mit dem Versicherungsschutz

Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass man ab dem 16. April rechtlich „aus dem Schneider“ ist. Zwar drohen keine Verwaltungsstrafen mehr durch die Polizei, doch die Versicherungen schauen im Schadensfall genau hin. Kommt es bei schneebedeckter Fahrbahn zu einem Unfall und man ist mit Sommerreifen unterwegs, kann dies als „grobe Fahrlässigkeit“ gewertet werden. Die Folge: Die Kaskoversicherung verweigert die Zahlung oder die Haftpflicht fordert Regress. Die Faustregel der Experten ist daher klar: Die Wetterlage ist wichtiger als das Datum im Kalender.

Wann ist der perfekte Zeitpunkt für den Wechsel?

Technisch gesehen liegt die magische Grenze bei sieben Grad Celsius. Erst wenn die Temperaturen auch in der Nacht und am frühen Morgen konstant über dieser Marke bleiben, spielen Sommerreifen ihre Vorteile voll aus. Sie bieten dann nicht nur mehr Sicherheit bei Regen, sondern senken durch den geringeren Rollwiderstand auch den Spritverbrauch. Wer hingegen bei echtem Frühlingswetter mit über 15 Grad noch mit Winterreifen unterwegs ist, sieht buchstäblich dabei zu, wie sein Geld schmilzt: Der weiche Wintergummi radiert sich auf warmem Asphalt in Rekordzeit ab.

Wann wechselst du auf Sommerreifen?

Sofort nach dem 15. April
In den nächsten Tagen
Erst im Mai
Später
Ich habe schon Sommerreifen drauf
Ich habe kein Auto

Der Drei-Punkte-Check vor der Montage

Bevor man die Sommerreifen aus dem Keller holt oder den Termin in der Werkstatt wahrnimmt, ist ein kurzer Check unverzichtbar. Gesetzlich vorgeschrieben ist in Österreich eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern. Experten vom ÖAMTC und ARBÖ raten jedoch dringend dazu, die Reifen bereits bei 3 Millimetern zu ersetzen, um bei Aquaplaning kein Risiko einzugehen. Zudem sollte man auf das Alter achten: Nach etwa sechs Jahren verliert der Gummi seine Elastizität und wird spröde, was die Haftung deutlich verschlechtert. Das Produktionsdatum lässt sich leicht an der DOT-Nummer auf der Reifenflanke ablesen – die letzten vier Ziffern stehen für Woche und Jahr der Herstellung.

Foto in Beitrag von 5min.at zeigt ein Auto beim Reifenwechsel und mehrere Männer.
©ÖAMTC / Marc Wittkowski |
Der Wechsel von Winter-…
Foto in Beitrag von 5min.at zeigt ein Auto und eine Frau, die Reifen schleppt.
©ÖAMTC / Marc Wittkowski |
…auf Sommerreifen steht aktuell bei vielen Österreichern bevor.

Fazit für 2026: Ein Blick auf die Berge lohnt sich

Hobbygärtner warten auf die „Kalte Sophie“ im Mai, Autofahrer sollten einen ähnlichen Instinkt entwickeln. Wer nicht zwingend täglich über Bergpässe pendeln muss, kann den Wechsel für die kommenden Tage planen – doch ein Blick auf die Wetter-App bleibt in dieser Übergangsphase die wichtigste Pflicht vor der Fahrt. Sicherheit geht im Zweifel immer vor Schnelligkeit beim Werkstatttermin.

Warum du deine alten Winterreifen ruhig „zu Ende fahren“ darfst

Ein praktischer Tipp für Sparfüchse kommt direkt vom ÖAMTC-Experten Steffan Kerbl. Wenn deine Winterreifen ohnehin bald das gesetzliche Minimum von vier Millimetern erreicht haben, musst du am 15. April nicht überstürzt in die Werkstatt fahren. Solche Reifen eignen sich im nächsten Winter nicht mehr für Schnee und Eis, können aber in der Übergangszeit wertvolle Dienste leisten. Laut Kerbl könne man diese alten Gummis durchaus noch einige Zeit „zu Ende fahren“ und so die neueren Sommerreifen für die heißen Monate schonen. Ein echter Benefit für das Geldbörserl, solange man die Temperaturen im Auge behält.

Die magische Grenze von 25 Grad

Doch auch bei dieser Strategie gibt es ein Limit. Spätestens wenn der Frühling in einen echten Frühsommer übergeht und die Temperaturen die Marke von 25 Grad überschreiten, wird es Zeit für den Wechsel. „Dann bauen Winterreifen aufgrund der weicheren Mischung im Vergleich deutlich ab“, erklärt der ÖAMTC-Techniker. Bei Hitze verlieren die Winterpneus ihre Stabilität und der Verschleiß nimmt rasant zu. Solange es aber noch kühl ist und die Werte nicht konstant im zweistelligen Bereich liegen, besteht absolut kein Grund zur Eile – denn eine „Sommerreifenpflicht“ gibt es in Österreich schlichtweg nicht.

Der Profi-Tipp für die Lagerung:

Wer seine Winterreifen nun einlagert, sollte dies richtig tun, um die Lebensdauer zu verlängern. Reifen auf Felgen werden idealerweise gestapelt oder an Wandhaken aufgehängt. Reifen ohne Felgen müssen hingegen senkrecht stehen und alle paar Wochen ein Stück gedreht werden. Ein kühler, trockener und dunkler Ort ist ideal, da UV-Licht und Feuchtigkeit den Gummi vorzeitig altern lassen. Vor dem Einlagern empfiehlt es sich zudem, den Luftdruck um etwa 0,5 Bar gegenüber der Herstellervorgabe zu erhöhen.

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