PVA-Anzeige: Pensions-Betrüger ergaunert 270.000 Euro aus Österreich
2025 wurden so viele Fälle von Sozialleistungsbetrug aufgeklärt wie noch nie zuvor. Ein Fall zeigt dabei auf, wie Betrüger agieren. Jahrelang kam die Pension einer 2006 verstorbenen Frau nämlich weiter auf ihr Konto.
In der Taskforce für Sozialleistungsbetrug (SOLBE) hat man seit der Gründung einen Gesamtschaden von rund 158 Millionen Euro aufgedeckt. Nun ist auch klar, wie viele Fälle 2025 verzeichnet wurden: 6.062 Anzeigen hat es gegeben. Im Vergleich zum Jahr 2016 nahezu eine Verzwölffachung, hatte man damals noch 472 Anzeigen. 2024 waren es übrigens 4.865 und damit ebenfalls deutlich weniger. Wie Abteilungsleiter Gerald Tatzgern vom Bundeskriminalamt (BKA) gegenüber 5 Minuten erklärt, hat man mit 22,9 Millionen Euro dennoch etwas weniger an Gesamtschaden aufgedeckt als noch 2024. Da waren es knapp über 23 Millionen Euro. Alles dazu auch hier: Fast 5.000 Anzeigen – Taskforce deckt massiven Sozialleistungsbetrug auf.
Betrüger hat jahrelang Pension von verstorbener Frau bezogen
Tatzgern zeigt nun auch Fälle auf, wo man sieht, wie und mit welchen Mitteln Sozialleistungsbetrug begangen wird. Besonders schwerwiegend war etwa wein Fall einer Bosnierin, die seit 1996 Alterspension in Österreich bezieht und ihren legalen Aufenthalt und Lebensmittelpunkt in Bosnien hat. 2006 verstirbt sie dann, die Pension wird trotzdem weiter ausgezahlt. Bei der PVA trudelten nämlich weiterhin gefälschte Lebensbestätigungen ein. Die Rede ist hier von Zahlungen in der Höhe von knapp 1.500 Euro monatlich.
Beschuldigter schon 2021 verstorben
Knapp 20 Jahre lang wurde diese weiter bezogen, erst 2026 gab es nach einer Anzeige durch die PVA Ermittlungen. Der Gesamtschaden wird auf nicht weniger als 270.000 Euro beziffert. Durch die Staatsanwaltschaft konnte man zumindest das betroffene Konto öffnen, auf diesem waren 57.000 Euro, die man sichergestellt und rückgeführt hat. „Im Nachhinein stellte sich zusätzlich heraus, dass durch den Beschuldigten auch die E-Card der Bosnierin missbräuchlich in Verwendung gestanden war“, so Tatzgern gegenüber 5 Minuten weiter. Der Verdächtige selbst ist übrigens schon 2021 verstorben.
Wo die meisten Sozialleistungsbetrugs-Fälle registriert werden
Die meisten Fälle von Sozialleistungsbetrug wurden übrigens mit 43 Prozent in Wien registriert (2.625). Rund ein Viertel der Tatverdächtigen waren Österreicher, 74,5 Prozent waren aus dem Ausland. Zu den häufigsten Herkunftsländern (nach Österreich mit 1.581 Personen) gehören die Ukraine (1.049), Syrien (737), Serbien (499) und Afghanistan (343). „Wo funktionierende Kontrollmechanismen greifen, wird Missbrauch frühzeitig erkannt und gesamtstaatlicher Schaden wirksam verhindert“, so auch Franz Ruf, Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit. „Die Aufklärung steigt weiter und damit wird das Netz zur Bekämpfung stetig dichter“, sagt auch Innenminister Gerhard Karner.
Bosnischer Pensions-Betrüger kein Einzelfall
Wir haben auch bisher schon von Sozialleistungsbetrug berichtet, im letzten Jahr hat etwa auch ein 59-jähriger Bosnier den Staat um zehntausende Euro betrogen. Alles dazu hier: Pension und Pflegegeld: Betrüger führt PVA jahrelang an der Nase herum. Ebenfalls ausgeforscht wurden vor nicht allzu langer Zeit drei Ungarn, die einen Lebensmittelpunkt in Niederösterreich vortäuschten und so ebenfalls deutlich über 50.000 Euro erschlichen haben. Mehr dazu hier auf 5min.at: 57.600 Euro Pension erschlichen: Ungarn haben SVS betrogen. Ebenfalls aufgeflogen ist im Vorjahr ein Tiroler: Tiroler (61) erschleicht sich monatelang tausende Euro Pension.
Wo die zentralen Herausforderungen bei der Betrugsbekämpfung liegen
Zentrale Herausforderungen sind laut Innenministerium weiterhin der oft erst durch Kontrollen sichtbare Delikt, der eingeschränkte Ermittlungs- und Datenzugang im Vorfeld des Anfangsverdachts, die zunehmende internationale Dimension und die hohe Anpassungsfähigkeit der Täter. Außerdem ist auch die komplexe Zuständigkeitsstruktur der beteiligten Behörden oft schwierig. Eine entscheidende Rolle spielen Präventionsmaßnahmen, um Schäden bereits im Vorfeld zu verhindern, hofft man im Ministerium.