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/ ©Fotomontage: Canva
Symbolfoto
Foto in Beitrag von 5min.at zeigt einen gehenden Mann, einen Rollstuhl und Geld in einer Hand.
Der Mann wurde als Sozialleistungsbetrüger enttarnt.

Pflegegeld Stufe 7: Mann spaziert Polizei problemlos entgegen

Eigentlich bedeutet Pflegestufe 7, dass zielgerichtete Bewegungen nicht mehr ausgeführt werden können. Dennoch ging ein Betroffener am Wiener Flughafen der Polizei problemlos entgegen.

von Phillip Plattner Phillip Plattner Online-Redakteur Kärnten Steiermark
2 Minuten Lesezeit(395 Wörter)
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Es war bei Schwerpunktkontrollen durch die Kriminalpolizei am Flughafen Wien, als ein fremder Passagier der Polizei einfach entgegenspazierte. Was eigentlich nur eine Fluggastkontrolle und eine Prüfung bei der Einreise darstellen sollte, wurde schnell zur Betrugsermittlung. Dieser Passagier, der ohne Verwendung von Gehhilfen und ohne sichtliche Behinderung und Auffälligkeiten unterwegs war, bezog hierzulande nämlich Pflegegeld der höchsten Stufe 7, wie der Abteilungsleiter im Bundeskriminalamt, Gerald Tatzgern, gegenüber 5 Minuten nun erklärt.

Die Pflegegeld-Stufen im Überblick:

  • Stufe 1: durchschnittlich mehr als 65 Stunden Pflegebedarf pro Monat
  • Stufe 2: durchschnittlich mehr als 95 Stunden Pflegebedarf pro Monat
  • Stufe 3: durchschnittlich mehr als 120 Stunden Pflegebedarf pro Monat
  • Stufe 4: durchschnittlich mehr als 160 Stunden Pflegebedarf pro Monat
  • Stufe 5: durchschnittlich mehr als 180 Stunden Pflegebedarf pro Monat; eine Pflegeperson muss dauernd in Bereitschaft sein, regelmäßig nach dem Pflegebedürftigen schauen (mindestens einmal auch in der Nacht), mehr als fünf Pflegeeinheiten pro Tag sind erforderlich
  • Stufe 6: durchschnittlich mehr als 180 Stunden Pflegebedarf pro Monat; bei Tag und Nacht sind zeitlich nicht planbare Maßnahmen oder die dauernde Anwesenheit einer Pflegeperson wegen Eigen- oder Fremdgefährdung nötig
  • Stufe 7: durchschnittlich mehr als 180 Stunden Pflegebedarf pro Monat; Arme und Beine können nicht mehr zielgerichtet bewegt werden oder ein vergleichbarer Zustand liegt vor

Mehr als 150.000 Euro Schaden verursacht

In weiterer Folge wurden weitere Ermittlungen durchgeführt und die auszahlende Stelle mit einbezogen. Eine ärztliche Nachuntersuchung hatte dann zur Folge, dass dem Mann das Pflegegeld gänzlich aberkannt wurde. Über die Jahre hinweg hat er durch den fälschlichen Bezug der Stufe 7 (im Jahr 2026 sind das immerhin 2.214,80 Euro im Monat) einen Schaden in der Höhe von mehr als 150.000 Euro verursacht, so Tatzgern.

Pflegegeld StufeAuszahlung in Euro pro Monat (2026)
1206,20
2380,30
3592,60
4888,50
51.206,90
61.685,40
72.214,80

Mann bezieht jahrelang Pension von verstorbener Frau

Noch größer war der Schaden, den ein Mann am österreichischen Pensionssystem angerichtet hat. 270.000 Euro waren es, die er in den vergangenen 20 Jahren bezogen hat. Obwohl, eigentlich hätte das Geld eine Frau bekommen sollen, diese ist aber im Jahr 2006 verstorben. Bei der PVA sind dennoch weiterhin gefälschte Lebensbestätigungen eingetrudelt. Alles zu dem Fall auch hier auf 5min.at: PVA-Anzeige: Pensions-Betrüger ergaunert 270.000 Euro aus Österreich.

Betrüger haben sich Pension und Pflegegeld erschlichen

Im Vorjahr wurde etwa auch ein Pflegegeld-Betrug in Niederösterreich aufgedeckt. Ein 59-jähriger Mann hat dabei mehr als 40.000 Euro in Form von Invaliditätspension und Pflegegeld vom Staat ergaunert. Mehr dazu hier: Pension und Pflegegeld: Betrüger führt PVA jahrelang an der Nase herum. Ähnlich hat sich auch ein Fall in Vorarlberg dargestellt, der Gesamtschaden lag auch hier im fünfstelligen Bereich: Betrüger erschleicht sich jahrelang Pension und Pflegegeld in Österreich.

Sozialleistungsbetrug: Schäden in Höhe von 22,9 Millionen Euro 2025

Mittlerweile ist übrigens klar, wie hoch die Schäden waren, die 2025 durch Sozialleistungsbetrug verursacht worden sind. Wie das Innenministerium nun nämlich berichtet, wurden im Vorjahr 6.062 Anzeigen erstattet, der Gesamtschaden liegt bei nicht weniger als 22,9 Millionen Euro. Während man bei den Anzeigen deutlich über dem Jahr 2024 liegt, ist der Gesamtschaden etwas niedriger. Dennoch: „Die Aufklärung steigt weiter und damit wird das Netz zur Bekämpfung stetig dichter“, weiß Innenminister Gerhard Karner.

Foto in Beitrag von 5min.at zeigt Innenminister Gerhard Karner bei einer Rede.
©BKA / Christopher Dunker
Innenminister Gerhard Karner erklärt, dass die Aufklärung von Sozialleistungsbetrugs-Fällen immer weiter steigen würde.
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