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CEO Andreas Matthä und CFO Manuela Waldner bei der Präsentation der ÖBB Bilanz 2025 am 17. April 2026.
CEO Andreas Matthä und CFO Manuela Waldner bei der Präsentation der ÖBB Bilanz 2025 am 17. April 2026.

Mehr Passagiere, weniger Gewinn: ÖBB präsentieren gemischte Bilanz

Die ÖBB blicken auf ein gemischtes Jahr 2025 zurück: Während die Zahl der Fahrgäste erneut ein Rekordniveau erreichte, belasteten die schwache Konjunktur und Probleme im Güterverkehr das Konzernergebnis deutlich.

von Anja Mandler
3 Minuten Lesezeit(706 Wörter)

Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) haben im Geschäftsjahr 2025 trotz wirtschaftlich schwieriger Rahmenbedingungen mehr Fahrgäste befördert, mussten jedoch beim Ergebnis einen deutlichen Rückgang hinnehmen. Insgesamt nutzten 559 Millionen Menschen Bus- und Bahnangebote des Konzerns – ein Plus von 1,4 Prozent beziehungsweise rund sieben Millionen Fahrgästen. „In Anbetracht der schwierigen Wirtschaftslage haben wir uns mit dem Ergebnis 2025 doch wacker geschlagen. Als erfreulich sehe ich den weiter anhaltenden Fahrgastzuwachs. Die neue Südstrecke beflügelt den Fernverkehr. Im Nahverkehr beschert uns unsere deutsche Tochter Arverio einen großen Zustrom an Fahrgästen“, sagt ÖBB CEO Andreas Matthä.

Personenverkehr war wieder Ergebnisträger bei den ÖBB

Das EBT des Teilkonzerns hat sich 2025 von 70 auf 228 Mio. Euro erhöht. Der starke Anstieg geht vor allem auf einen Einmaleffekt in Zusammenhang mit einer Gutschrift von Infrastrukturbenutzungsentgelt (IBE) zurück. Aber auch ohne diesen Effekt ist das Ergebnis auf 102 Mio. Euro gestiegen. Anders beim Güterverkehr: Die wirtschaftliche Situation hat die Kundennachfrage gedämpft und zu einem Rückgang des Transportvolumens geführt. Eine Sonderabschreibung und handels- und zollpolitischen Verwerfungen im Agrarbereich haben zu einem Ergebnis von -135,5 Mio. Euro (Vj:-24,5 Mio. Euro) geführt. Bereits im vergangenen Jahr wurden zahlreiche Maßnahmen zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit im Konzern gestartet. Die ÖBB-Infrastruktur AG hat abermals einen Anstieg der Betriebsleistung um 3 % auf 177 Mio. Zugkilometer verzeichnet und ein Ergebnis von 15 Mio. Euro EBT erwirtschaftet, um rd. 2,5 Mio. Euro mehr als 2024. „Im Konzernergebnis spiegelt sich einerseits der erwähnte Fahrgastzuwachs wider, jedoch ist es auch von der Wirtschaftsflaute und von der einmaligen Wertberichtigung der Rail Cargo Group gekennzeichnet. Insgesamt stehen wir als ÖBB Konzern operativ stabil da und investieren weiterhin konsequent in die Zukunft.”, ergänzt ÖBB CFO Manuela Waldner.

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Hohe Investitionen trotz Einsparungen

Trotz staatlich vorgegebener Einsparungen haben die ÖBB 2025 kräftig investiert: Insgesamt flossen über fünf Milliarden Euro in Infrastruktur, neue Züge und erneuerbare Energie. Schwerpunkte waren Großprojekte wie Koralmbahn, Brenner- und Semmering-Basistunnel sowie die Modernisierung der Wiener Schnellbahn. Gleichzeitig bauten die ÖBB ihre Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen weiter aus und treiben Digitalisierung, Elektrifizierung und die Erneuerung der Fahrzeugflotte voran. Weitere Großinvestitionen sind in neue Kraftwerke zur Erzeugung von erneuerbarer Energie geflossen: Über 25 neue PV-Anlagen sind österreichweit in Betrieb gegangen und haben die jährliche Sonnenstromproduktion auf rd. 65 GWh erhöht – ein Plus von rd. 26 GWh gegenüber dem Vorjahr. Neben Photovoltaik bleibt die Wasserkraft eine tragende Säule der CO₂-freien Bahnstromproduktion. 2025 hat das ÖBB Kraftwerk Spullersee sein 100-jähriges Jubiläum gefeiert. Das Werk wurde 2021 umfassend modernisiert und sichert gemeinsam mit dem Kraftwerk Braz bei Bedarf die vollständige Bahnstromversorgung in Vorarlberg – ein wichtiger Beitrag zur regionalen Versorgungssicherheit. Der Eigenversorgungsanteil von Bahnstrom, der seit 2018 zu 100 % aus erneuerbaren Energiequellen stammt, soll bis 2030 von 60 % auf 80 % erhöht werden. Darüber hinaus wurden Digitalisierungsprojekte, Elektrifizierungen und Bahnhofsmodernisierungen durchgeführt. Im Personenverkehr wurde in die sukzessive Modernisierung der Flotte investiert. Im vergangenen Jahr wurden 49 neue Züge angeschafft, weitere 130 sollen 2026 und 2027 folgen.

765 Mitarbeiter mehr

Der Expansionskurs der ÖBB haben den Bedarf an Mitarbeiter:innen weiter erhöht. Der Personalstand (Köpfe) ist 2025 um 765 bzw. 1,6 % auf 48.249 gestiegen (Vj: 47.484). Der ÖBB Konzern zählt zu den größten und beliebtesten Arbeitgebern Österreichs. Das spiegelt sich auch am hohen Interesse am Arbeitsmarkt wider: Über 140.000 Bewerbungen wurden 2025 gezählt, die in 5.439 Neuaufnahmen mündeten. Auch 2026 suchen die ÖBB mehr als 4.000 Mitarbeiter:innen, um den laufenden Generationenwechsel zu stemmen. Der ÖBB Konzern zählt auch zu den größten Ausbildungseinrichtungen Österreichs. Zum Jahresende 2025 waren 2.145 (Vj: 1.964) Lehrlinge in Ausbildung. Der Frauenanteil hat sich in der Männerdomäne Eisenbahn sichtbar erhöht: 17,5 % des Personals sind inzwischen weiblich (2024: 17,1 %), unter den Führungskräften beträgt der Frauenanteil 22,7 % (2024: 21,5 %) und die ÖBB bilden bereits 25 % weibliche Lehrlinge aus. Dabei gilt das Prinzip „gleiches Geld für gleiche Arbeit“: Der Gender Pay Gap im ÖBB Konzern liegt bei 1,5 % und damit deutlich unter österreichweiten Durchschnitt von 17,6 %.

Ausblick 2026

Trotz schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sieht der ÖBB Vorstand positiv in die Zukunft. Die Investitionen in die Flotte und der Ausbau der Infrastruktur sollten trotz geplanter Baustellen und Sperren zu einem weiteren Fahrgastwachstum führen. Im Güterverkehr soll die Trendwende eingeleitet werden. Für beide Absatzgesellschaften erwartet der Vorstand eine Verbesserung der Finanzergebnisse.


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