Strenge neue Regeln: Kroatien plant Energydrink-Verbot für Jugendliche
Kroatien will für mehr Ordnung in Tourismus und Gastronomie sorgen. Darum wurde kürzlich ein Gesetzespaket vorgelegt, das strenge Regeln bei Jugendschutz und Kurzzeitvermietungen beinhaltet – mit hohen Strafen bei Verstößen.
In Kroatien könnten dem Tourismus und der Gastronomie große Veränderungen bevorstehen. Die Regierung hat einen neuen Gesetzesentwurf vorgelegt, der für deutlich strengere Regeln sorgen soll – vor allem beim Jugendschutz und im Zusammenhang mit illegalen Vermietungen. Mit verschärften Maßnahmen und Kontrollen will die Regierung den nachhaltigen Tourismus fördern und faire Marktbedingungen für alle Teilnehmer sicherstellen.
Energydrinks mit Alkohol „gleichgestellt“
Eine der auffälligsten Neuerungen: Energydrinks sollen für Minderjährige verboten werden, zumindest in Gastronomiebetrieben, wie das kroatische Nachrichtenportal IstraIN kürzlich berichtete. Damit würden koffeinhaltige Getränke rechtlich ähnlich behandelt werden wie Alkohol. Der Hintergrund ist der steigende Konsum bei Jugendlichen. Laut Ministerium werde die Wirkung solcher Getränke oft unterschätzt. Wirte müssen künftig klar darauf hinweisen, dass sowohl Alkohol als auch Energydrinks nicht an unter 18-Jährige ausgeschenkt werden dürfen. Bei Verstößen drohen hohe Strafen, die das Geldbörsel hart treffen: Laut IstraIn können sie sich auf mehrere Tausend Euro belaufen.
Trinkst du Energy-Drinks?
Gemeinden regeln Alkoholausschank
Neu ist außerdem, dass Städte und Gemeinden künftig selbst entscheiden können, ob und wann Alkohol ausgeschenkt werden darf. Ziel ist es, Probleme wie Lärm, Chaos oder übermäßigen Alkoholkonsum besser in den Griff zu bekommen – besonders in Tourismus-Hotspots. Das dürfte auch viele Österreicherinnen und Österreicher betreffen, ist doch Kroatien eines der beliebtesten Urlaubsländer der heimischen Bevölkerung.
Kampf gegen illegale Vermietung
Ein weiterer Schwerpunkt des neuen Gesetzespakets liegt auf der Bekämpfung illegaler Unterkünfte. Auch hier muss man bei Verstößen tief in die Tasche greifen: Wer ohne offizielle Registrierung vermietet, muss künftig mit Strafen von bis zu 66.000 Euro rechnen. Damit will die Regierung illegaler Kurzzeitvermietung einen Riegel vorschieben. Ebenso werden Buchungsportale stärker unter Druck gesetzt: Entfernen sie illegale Angebote nicht, drohen ihnen Geldstrafen von bis zu 130.000 Euro. Schließlich soll auch beim Wildcampen in geschützten Gebieten schärfer kontrolliert werden. Der Gesetzesentwurf liegt noch bis 18. Mai zur öffentlichen Konsultation aus, danach folgt eine Evaluierung der Rückmeldungen seitens der Regierung.
KPÖ lobt Energy-Drink-Verbot
Lob für den kroatischen Gesetzesentwurf kommt seitens der steirischen KPÖ, die bereits im vergangenen Jahr per Antrag gefordert hat, den Verkauf von Energy-Drinks in Österreich für unter 14-Jährige einzuschränken. Der Antrag wurde seitens der steirischen Landesregierung mit der Begründung abgelehnt, hier seien die Eltern zuständig. „Was in Kroatien als notwendiger Schutz junger Menschen erkannt wird, wird hierzulande weiterhin ignoriert. Dabei ist längst bekannt und wissenschaftlich belegt, dass Energdrinks in diesem Alter ungeeignet sind“, kritisiert KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler.